Dossier "Beyond Aid"

Entwicklung & Hilfe

Welche Formen der Solidarität, der Kooperation und der Unterstützung können in einer globalisierten Welt nachhaltige Veränderungen bewirken? Wie lässt sich verhindern, dass die Idee globaler Verantwortung zur Legitimation machtpolitisch motivierter Interventionen verkommt? Was ist erforderlich, um die Universalität der Menschenrechte nicht einfach nur zu konstatieren, sondern für alle zu verwirklichen? Wie müssen die Praxis und die Institutionen der Hilfe verändert werden? Was liegt jenseits der Hilfe: Beyond Aid?

Die Nothilfe in Haiti ist ein exemplarisches Beispiel für das Scheitern der Entwicklungshilfe. (Foto: Holger Priedemuth)
Drei Vorschläge

Damit Hilfe gelingt

Notwendig ist ein Paradigmenwechsel in der humanitären Hilfe von kurzfristig geförderter Soforthilfe hin zu einer vorausschauenden strategischen Hilfe. Weiterlesen

Flickschusterei

Widersprüche in der Entwickungsagenda

Große Erwartungen richten sich auf der UN-Nachhaltigkeitsgipfel Ende September 2015 in New York. Erfolgreich kann er kaum sein, Ziel bleibt ökonomisches Wachstum. Weiterlesen

Beyond Aid-Film

Haitianische Erschütterungen

Das große Versprechen von UNO und Bill Clinton, man werde Haiti besser wieder aufbauen, ist nicht erfüllt worden. medico-Partner ziehen ihre Zwischenbilanz. Weiterlesen

Beyond Aid Dokumentation

Von Wohltätigkeit zu Solidarität

Welche Formen der Solidarität, der Kooperation und der Unterstützung können in einer globalisierten Welt nachhaltige Veränderungen bewirken? Weiterlesen

Beyond Aid 2014

Menschenrechte verwirklichen & deuten

In letzter Instanz gibt es das "Recht auf Menschheit und Subjektivität" nur im Sichbefreien der Menschen zu ihrem Recht und allen ihren Rechten. Weiterlesen

Solidarität

Wohltätigkeit überwinden

Umso erfolgreicher der Kampf um wirtschaftliche und soziale Menschenrechte ist, umso überflüssiger wird letztlich wohltätige Hilfe. Weiterlesen

Haiti-Evaluation

Aus schwierigen Erfahrungen lernen

Wann ist Hilfe gelungen? Wie lässt sich ihre Wirkung „messen“? Um die eigene Arbeit kritisch zu reflektieren, hat medico die Projektförderung in Haiti evaluieren lassen. Weiterlesen

Haiti

Hilfe, die nicht hilft

7.000 NGOs und Milliarden Dollar Hilfsgelder haben es nicht vermocht, Haiti besser wiederaufzubauen. Doch es gibt eine rege Debatte über die Ursachen. Erkundungen vor Ort. Weiterlesen

Streitgespräch

Die Technologisierung von Entwicklung

„Entwicklungshilfe ist keine humanitäre Angelegenheit mehr“. Dr. Volker Kasch, Katja Maurer, Dr. Conrad Schetter, Thomas Gebauer (v. l. n. r.).

Sicherheit, Entwicklung, Menschenrechte – ist eine neue Debatte um den Entwicklungsbegriff nötig? Weiterlesen


Kritische Auseinandersetzung mit der Entwicklungshilfe

Der somalische Schriftsteller Nuruddin Farah geißelt bereits 2010 auf der medico-Konferenz: »Macht und Ohnmacht von Hilfe« eine »Hilfe«, die nicht mehr Notlagen und Abhängig­keiten dauerhaft beiseitigen will, sondern sich selbst zum Zweck geworden ist.

»Sie kommen nicht, um Gutes zu tun, sondern um sich gut zu fühlen (…). Als Spezies sind die Männer und Frauen im Hilfe-Business Touristen, ­unterwegs in der elenden Wirklichkeit anderer Menschen. Sie schweben ein und sehen aus wie Schulmädchen und –jungen, fahren in ihren Geländefahrzeugen durch die Gegend, sind herablassend und machen sich furchtbar wichtig. Als Touristen sind ihnen die Sitten der Völker vor Ort nicht bekannt, und sie verhalten sich anderen Kulturen gegenüber schlichtweg beleidigend.«

»Dass Afrika bis jetzt überhaupt überlebt hat, spricht für seine Widerstandskraft. Wenn wir heute erreichen wollen, dass die Völker Afrikas zu gleichberechtigten Partnern werden, dann muss die Welt Kriege, Hungersnöte und undemokratische Gewaltherrscher mit Entschlossenheit ­bekämpfen, Waffengeschäfte vereiteln, die »Voyeure« verjagen, die als Touristen zu Katastrophenorten reisen; und bitte keine Nahrungs­mittelgeschenke mehr.

Lieber sollte die Welt die Landwirtschaftssubventionen aufheben, die sie als Schutz eingerichtet hat, um unseren Produkten den Zugang zu ihren Märkten zu versperren; und bitte keine Handelsembargos mehr. Nur so können wir unser Leben neu gestalten, unserer eigenen Probleme habhaft werden, unsere eigenen Lösungen entwickeln und den Gewinn behalten.«

Die vielen klugen und kritischen Stimmen unserer Partner in den hiesigen Debatten über Entwicklungshilfe hörbar zu machen, auch das ist eine wichtige Aufgabe von medico international.

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