Nordostsyrien

Völkerrecht?

15.02.2024   Lesezeit: 1 min

Der Krieg in Rojava eskaliert, der Westen schweigt.

Nach den jüngsten türkischen Luftangriffen auf die selbstverwalteten Gebiete in Nordostsyrien sind zwei Millionen Menschen in der Grenzregion ohne Strom und Wasser. Die Angriffe gelten, wie schon in den Monaten zuvor, vor allem der zivilen Infrastruktur. Ölfelder, Elektrizitätswerke und Gasförderanlagen sind zerstört, Versorgungsketten zusammengebrochen. Attackiert wurden auch Krankenhäuser, Schulen, Bäckereien oder Getreidespeicher. Hinzu kommen Drohnenangriffe, bei denen gezielt ziviles und militärisches Personal der Selbstverwaltung getötet wurde. Niemand soll sich in Nordostsyrien noch sicher fühlen. Niemand tut es noch.

Das humanitäre Völkerrecht, der Schutzmechanismus für Zivilist:innen und medizinisches Personal im Krieg, scheint für Nordostsyrien ausgesetzt zu sein. Es durchzusetzen, Verstöße zu ahnden und Strafmaßnahmen zu verhängen – das ist Aufgabe der internationalen Gemeinschaft. Doch sie tut es nicht. Auch die Bundesregierung schweigt. Meldungen von diesem Krieg, dem Krieg eines NATO-Partners, schaffen es kaum in die hiesige Medienöffentlichkeit. Die Gleichgültigkeit wird auch von den Menschen in Nordostsyrien wahrgenommen, niemand hofft mehr auf internationalen Beistand. medico-Partnerorganisationen in Rojava machen trotzdem weiter.

Dieser Beitrag erschien zuerst im medico-Rundschreiben 1/2024. Das Rundschreiben schicken wir Ihnen gerne kostenlos zu. Jetzt abonnieren!


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