Zehntausende Tote, Millionen Vertriebene. Der Gazastreifen ist in weiten Teilen unbewohnbar. Mehr als die Hälfte des Gebiets bleibt von der israelischen Armee besetzt. Im Westjordanland schreitet unterdessen der systematische Landraub ungebremst voran. medico-Partner:innen leisten unter unmöglichen Bedingungen Nothilfe.
Wir bitten um Spenden unter dem
Spendenstichwort: Nothilfe Gaza
Nach über zwei Jahren Krieg und Genozid sind die Lebensgrundlagen von mehr als zwei Millionen Menschen in Gaza zerstört. Wohn- und Krankenhäuser, Schulen, Universitäten, Moscheen und Bibliotheken, sogar landwirtschaftliche Flächen und Bäume: Nichts ist verschont geblieben. Hunderttausende harren in Zelten, den Trümmern oder unter freiem Himmel aus.
Die sogenannte Waffenruhe, die seit 10. Oktober 2025 in Kraft ist, mag das Ausmaß des Tötens in Gaza deutlich eingeschränkt haben; ein Ende der vornehmlich israelischen Rechtsbrüche oder gar ein Ende des Leidens der palästinensischen Bevölkerung ist aber immer noch in weiter Ferne.
Die israelische Regierung und ihre Armee behindern weiterhin Hilfslieferungen in den Gazastreifen und verletzen damit kontinuierlich die getroffenen Vereinbarungen der ersten Phase der „Waffenruhe“, die US-Präsident Donald Trump der Welt als Weg zum Frieden verkaufen will.
Mittlerweile ist neben Friedrich Merz auch Wladimir Putin ein Sitz im sogenannten Board of Peace angeboten worden, in jenem Gremium also, das über die Geschicke von rund zwei Millionen Menschen bestimmen soll, ohne sie in irgendeiner Form angemessen einzubeziehen. Sogar Benjamin Netanjahu, der vom Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zur Verhaftung ausgeschrieben ist, ist ein Sitz angeboten worden. Als Regierungschef der Besatzungsmacht, die gar nicht daran denkt, die illegale israelische Präsenz in den palästinensischen Gebieten zu beenden, hat er die neue Rolle angenommen.
Unsere Partnerorganisationen kämpfen daher unter widrigsten Bedingungen weiter darum, Hunger und Infektionskrankheiten einzudämmen.
Die Menschen in Gaza sind für den Rest ihres Lebens gezeichnet. Sie haben Angehörige und Freund:innen verloren, sind schwer erkrankt oder verstümmelt worden. Sie wissen, dass ihr Leben auch in Jahren bestenfalls ein Überleben sein wird.
Mehr denn je ist unsere Unterstützung gefragt, wenn wir politische Perspektiven für Gerechtigkeit, Freiheit und ein Leben in Würde für alle Menschen in der Region nicht aufgeben wollen. Den Entzug unser Registrierung und die Hindernisse, die 36 weiteren etablierten Hilfsorganisationen in en Weg gelegt werden, werten wir als weiteren Versuch der israelischen Regierung, die humanitäre Unterstützung der palästinensischen Bevölkerung in den besetzten Gebieten, aber auch die Arbeit von Organisationen in Israel, die sich gegen die illegale Besatzung richtet, möglichst zu unterbinden.
Solange wir können, stehen wir der Bevölkerung und unseren Partner:innen auf beiden Seiten der Grünen Linie bei. Dazu brauchen wir Ihre Unterstützung.
Spendenstichwort: Nothilfe Gaza
Wie unterstützt medico angesichts der schlimmen Bedingungen die Partner:innen in Gaza?
Im Gegensatz zu anderen internationalen Nichtregierungsorganisationen ist medico nicht mit eigenem Personal in Gaza vertreten, sondern unterstützt seit vielen Jahren lokale Organisationen. Dies ist ein Grundsatz von medico in allen Ländern, in denen wir aktiv sind. Für Gaza bedeutet das, dass wir nur in Ausnahmefällen eigene Lastwagen mit humanitären Hilfsgütern schicken, was allerdings in den letzten zwei Jahren auf Grund israelischer Verbote kaum möglich war. In der Regel beschaffen unsere Partner:innen die erforderlichen Hilfsgüter selbst auf dem lokalen Markt. Die Versorgung war seit Oktober 2023 immer teurer und schwieriger geworden, und auch jetzt sind die Preise noch sehr hoch. Vor allen Dingen ist jedoch die Verfügbarkeit vieler Güter weiterhin ein großes Problem, weil der Umfang der humanitären Lieferungen weit von dem entfernt bleibt, was für die erste Phase der Waffenruhe seit Oktober 2025 vereinbart worden war.
Die Spendengelder, die medico für die Arbeit in Gaza erhält, können bislang weiter überwiesen werden. Auch wenn die israelische Armee auf die systematische Zerstörung breiter ziviler Infrastruktur abzielt, darunter ebenso die Zweigstellen von Banken, funktioniert das Bankensystem dank digitaler Prozesse weiterhin.
Die Gelder sichern die Arbeit unserer Partnerorganisationen. Die Mittel dienen auch der Finanzierung von Gehältern und der Aufrechterhaltung der Infrastruktur unserer Partner:innen. Inmitten von Zerstörung, Vertreibung und Blockade ermöglichen sie die unter den gegebenen Bedingungen noch mögliche Hilfe und geben den Helfer:innen finanzielle Sicherheit und etwas Zuverlässigkeit im anhaltenden Ausnahmezustand.
Wir sprachen mit Bassam Zaqout von der Palestinian Medical Relief Society über die Bedingungen, unter denen Hilfe in Gaza noch möglich ist, und darüber, wie die Arbeit für unsere Partner:innen oft das Einzige ist, was ihnen einen Sinn gibt.
Die Suppenküche unserer Partnerorganisation Mayasem hat geöffnet. Auch die Unterstützung in anderen Bereichen bleibt für unsere Arbeit in Gaza zentral: medizinische und psychosoziale Nothilfe, Materialien für Zeltstädte, Ersatzteile und Ausstattung für den Bau von Brunnen sowie Hilfen für provisorischen Schulunterricht.
In einer Situation, in der die Hilfe selbst angegriffen und der Zugang zu ihr zu blockiert wird, ist jede Spende ein solidarischer Akt – für Menschenwürde, das Recht auf Leben und den Schutz humanitärer Prinzipien. Die Spenden sind deswegen für unsere Partner:innen auch ein Signal, dass sie hier nicht vergessen werden.
medico-Partnerorganisationen aktiv
Pausenlos im Einsatz

Trotz der Beschädigung bzw. Zerstörung ihrer Gesundheitszentren und dem Mangel an Allem versorgen die Ärzt:innen und Pflegekräfte sowie die mobilen Teams der Palestinian Medical Relief Society (PMRS) Verletzte, Kranke und chronisch Erkrankte in Notunterkünften und Zeltlagern. Unterstützt von medico kämpfen sie weiter gegen den Kollaps der Gesundheitsversorgung. Mit einer Spende verteidigen Sie das Recht auf medizinische Hilfe, auch und gerade im Krieg.
Die Kinder im Krieg nicht alleinlassen
Anfang Juli wurden bei einem israelischen Luftangriff zwei Zelthallen von Mayasem Association for Culture and Arts zerstört – eine Suppenküche sowie eine Schule. In diesem Zusammenhang wurden später zwei junge Freiwillige von Scharfschützen erschossen, als sie Material aus den Trümmern bergen wollten. Das Kollektiv organisiert Ersatzschulunterricht und psychosoziale Angebote für geflüchtete Kinder – von Theater über Malen bis Musik. Es ist ein Versuch, etwas kindgerechtes Leben trotz des Krieges zu ermöglichen. Angesichts der gegenwärtigen Not und der Zerstörung von Zukunft ist dies ein Akt der Hilfe von unten und Solidarität zwischen den Menschen in Gaza.
Shababek konnte eine Grundausstattung an Kunstmaterialien für Tausende Kinder beschaffen. Die Kinder werden von ehemaligen Teilnehmenden ihres künstlerischen Residenzprogramms ehrenamtlich unterrichtet und kunsttherapeutisch begleitet.
Medizinische Hilfe für Frauen

Früher betrieben die Kolleg:innen der Culture & Free Thought Association (CFTA) im Süden des Gazastreifens Zentren für Frauen, Jugendliche und Kinder, auch eines für Krebspatient:innen. Seit Kriegsbeginn führen die Kolleg:innen unter anderem weiterhin medizinische Untersuchungen für Frauen durch. Das Fachpersonal arbeitet unter schwierigsten Bedingungen mit den wenigen Mitteln, die zur Verfügung stehen. Erst kürzlich konnten sie eine Frauenklinik in Gaza-Stadt eröffnen, die täglich bis zu 180 Frauen und Mädchen versorgt.
Wasserversorgung unter Bomben
Al-Ard repariert nicht nur Wasserbrunnen, wo sie zerstört wurden, sondern baut auch welche. Dafür kaufen sie kleine Solarpaneele, mit denen sie Strom für Wasserpumpen erzeugen, um Brauch- und Trinkwasser zu fördern. Sie unterstützen insbesondere auch bedürftige Fischer-, Bauern- und Hirtenfamilien mit Nahrungs- und Barmittelhilfe.
Vergessene Schicksale im Westjordanland

Eine Verschärfung des brutalen Vorgehens der israelischen Armee und der Siedler gegen die palästinensische Bevölkerung im Westjordanland war bereits vor dem 7. Oktober 2023 zu beobachten, z. B. mit dem ersten Einsatz von Kampfhubschraubern und bewaffneten Drohnen seit fast 20 Jahren. An Orten wie Tulkarem und Jenin hat das verheerende Folgen. Bulldozer zerstören hunderte von Häusern, Straßen, Wasserleitungen und Abwasserrohre in den Flüchtlingslagern der Region. Alleine die gemeldeten gewalttätigen Übergriffe durch Siedler liegen bei durchschnittlich etwa vier am Tag. Über 1.000 Palästinenser:innen hat vor allem die israelische Armee alleine seit Oktober 2023 getötet.
medico unterstützt das Zentrum für Kunst und Kultur Jadayel bei der Reparatur beschädigter Häuser für betroffene Familien in Tulkarem. Die Genossenschaften des Popular Art Centre verbinden mittellose Gestrandete aus Gaza mit Communities vor Ort, die sich durch die Bewirtschaftung des Bodens gegen den Landraub durch Siedler zu wehren versuchen. Schließlich kümmern sich die Frauen von der Rural Women Development Society in Jenin und umliegenden Ortschaften um vertriebene palästinensische Familien, die sie vor allem mit Hygienepaketen unterstützen. Dabei legen sie einen besonderen Fokus auf frauengeführte Haushalte und berücksichtigen insbesondere deren Bedürfnisse und die Sonderbedarfe kleinerer Kinder und Säuglinge, etwa durch Hygieneprodukte, Windeln und Milchpulver.
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Veränderung braucht Solidarität und einen langen Atem. Eine Fördermitgliedschaft ermöglicht es mit Ihren regelmäßigen Beiträgen langfristige und verbindliche Kooperationen einzugehen. Sie hilft, Partner in Regionen zu unterstützen, die nicht im Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit liegen, und in Krisensituationen auch dann zu helfen, wenn hier Anteilnahme und Spendenbereitschaft schwinden. Ihre Fördermitgliedschaft schafft die Basis für solidarische Partnerschaften.
Geprüft und Empfohlen

medico international ist Träger des »DZI-Spendensiegels«. Das Deutsche Zentralinstitut für Soziale Fragen (DZI) bescheinigt medico einen sorgfältigen und verantwortungsvollen Umgang mit Spendengeldern und einen angemessenen Anteil an Werbungs- und Verwaltungskosten. Eine Kontrolle des Vereins und seiner Organe ist gegeben.





