Referentinnen und Referenten

Die (Re)konstruktion der Welt | Hilfe. Solidarität. Politik. | 12.-14. Februar 2021

Barbara Adams ist Vorsitzende des Global Policy Forum in New York City. Sie ausgebildete Wirtschaftswissenschaftlerin in Großbritannien und hat Entwicklungsprogramme in Uruguay durchgeführt. Von 2003-2008 arbeitete sie für den United Nations Development Fund for Women (UNIFEM). Sie war unter anderem Mitglied der CSO-Taskforce des Präsidenten der UN-Generalversammlung für den MDG-Gipfel 2010 und der Civil Society Reflection Group on Global Development Perspectives, die ihren Bericht "No future without justice" in der Reihe Development Dialogue veröffentlicht hat. Barbara Adams ist Autorin und Co-Autorin zahlreicher Artikel, Berichte, in Auftrag gegebener Studien und Bücher über die UN und Multilateralismus.

Yvonne Adhiambo Owuor ist eine kenianische Schriftstellerin. Ihre Kurzgeschichten sind in zahlreichen internationalen Literaturzeitschriften veröffentlicht worden, darunter auch McSweeney's und Chimurenga Chronic. Im Jahr 2003 gewann Yvonne Adhiambo Owuor den renommierten britischen Caine Prize for African Writing. Ihr Debütroman "Der Ort, an dem die Reise endet" (2016) stand auf der Shortlist für den Folio Prize, außerdem erhielt sie dafür den Jomo Kenyatta Prize for Literature, Kenias wichtigsten Literaturpreis. "Das Meer der Libellen" ist ihr zweiter Roman. Yvonne Adhiambo Owuor lebt in Nairobi.

Saeed Al-Batal ist ein syrischer Filmemacher, der in Berlin im Exil lebt. Während des syrischen Bürgerkrieges war er in Douma, Ost-Ghouta, und dokumentierte gemeinsam mit Ghiath Ayoub zwischen 2011 und 2015 den Alltag und das (Über)-Leben der Menschen mit der Filmkamera. Zusammen haben sie aus über 500 Stunden Kameramaterial einen 120-minütigen Dokumentarfilm erstellt, den sie außer Landes schmuggeln konnten. „Still Recording“ feierte im Jahr 2018 seine Premiere bei den Filmfestspielen von Venedig und gewann dort den FIPRESCI-Kritikerpreis. Er ist ein einzigartiges Dokument und Zeugnis des Widerstandes der Zivilbevölkerung gegen Gewalt und Terror des Staates.

Susan Buck-Morss ist Distinguished Professor für Politikwissenschaften am Graduiertenzentrum der CUNY, New York City. Sie lehrt europäische politische Philosophie und hat ihren Schwerpunkt auf der Kritischen Theorie der Frankfurter Schule. In ihrer Arbeit verbindet sie verschiedenste akademische Disziplinen, darunter Kunst- und Literaturgeschichte, Architektur, Philosophie und Geschichte. Sie verfasste zahlreiche Bücher, darunter „Hegel und Haiti. Für eine neue Universalgeschichte“ (2011) und „The Origin of Negative Dialectics: Theodor W. Adorno, Walter Benjamin and the Critical Theory of the Frankfurt School“ (2002). Aktuell arbeitet sie an einem Buch über Geschichtsphilosophie mit dem Titel “History as the Cosmology of Modernity“.

Pierina Ferretti ist eine chilenische Soziologin, die sich schwerpunktmäßig mit der Produktion von Subjektivität im Neoliberalismus beschäftigt. Sie ist Mitglied der Stiftung Nodo XXI, die ein Forum für eine antineoliberale, feministische und demokratische Linke ist und zu diesem Zweck öffentliche Diskussionen und Schulungen für Mitglieder sozialer Bewegungen organisiert. Ferretti ist außerdem Mitglied der Arbeitsgruppe „Erbe und Perspektiven des lateinamerikanischen Marxismus“ des CLACSO und Teil der lateinamerikanischen Arbeitsgruppe zum Werk des peruanischen Marxisten José Carlos Mariátegui. Sie veröffentlicht regelmäßig Essays und Analysen zu aktuellen politischen Themen in nationalen und internationalen Medien.

Thomas Gebauer ist Sprecher der Stiftung medico. Von 1996 bis 2018 war er Geschäftsführer von medico international. Als Zivildienstleistender ist er Ende der 1970er Jahre zu medico gekommen. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten zählen Fragen der internationalen Friedens- und Sicherheitspolitik und die sozialen Bedingungen globaler Gesundheit. Der Psychologe erhielt 2014 die Goethe-Plakette, mit der die Stadt Frankfurt Persönlichkeiten des kulturellen Lebens würdigt.Er war 1991 Mitbegründer der später mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichneten „Internationalen Kampagne zum Verbot von Landminen. Mehr von Thomas Gebauer

Sabine Hark ist eine der renommiertesten Geschlechterforscherinnen Deutschlands und gilt als Mitbegründerin der Queer Theory in Deutschland. Die Soziologin lehrt als Professorin an der TU Berlin und leitet dort seit dem Jahr 2009 das Zentrum für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung (ZiFG). In den letzten Jahren beschäftigt sie sich vornehmlich mit dem Zusammenhängen zwischen Identität, Differenz und Solidarität. Zuletzt veröffentlichte sie 2017 gemeinsam mit Paula-Irene Villa den Essay „Unterscheiden und herrschen“ zu gegenwärtigen Verflechtungen von Rassismus, Sexismus und Feminismus. Mehr von Sabine Hark

Ulrike Herrmann ist Journalistin und arbeitet als Wirtschaftskorrespondentin für die Tageszeitung „taz“. Sie ist ausgebildete Bankkauffrau, hat Geschichte und Philosophie studiert und war anschließend wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der Körber-Stiftung sowie Pressesprecherin der Hamburger Gleichstellungssenatorin Krista Sager. Ulrike Herrmann  beschreibt sich selbst als „ein typisches Mittelschichtskind“ aus einem Vorort von Hamburg, „wo alle Bewohner an den gesellschaftlichen Aufstieg glaubten“. Sie hat zahlreiche wirtschaftspolitische Bücher veröffentlicht. 2016 erschien ihr Buch: "Kein Kapitalismus ist auch keine Lösung. Die Krise der heutigen Ökonomie - oder was wir von Smith, Marx und Keynes lernen können".

Mark Heywood ist ein südafrikanischer Menschenrechtsaktivist mit dem Schwerpunkt auf das Recht auf Gesundheit. Er war Generalsekretär der Treatment Action Campaign, die sich für den freien und kostenlosen Zugang zu Aids-Medikamenten einsetzt, und stand bis 2019 der Nichtregierungsorganisation SECTION 27 vor, die mit Öffentlichkeitskampagnen und juristischen Mitteln für das Recht auf Gesundheit und Bildung streitet. Seitdem fungiert er als Mitherausgeber der neuen zivilgesellschaftlichen  Rubrik in der meistgelesenen Online-Zeitung Südafrikas, dem Daily Maverick, Maverick Citizen. Außerdem forscht er zu Aktivismus und Strategien zur Durchsetzung sozioökonomischer Rechte und der Ausrichtung der Wirtschaftspolitik an der Verwirklichung dieser Rechte.

Wolfgang Kaleck gründete 2007 gemeinsam mit international aktiven Anwältinnen und Anwälten das European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR) in Berlin, dessen Generalsekretär und Legal Director er seitdem ist. Davor war der Rechtsanwalt seit 1991 als Strafverteidiger tätig. Seit 1998 setzte er sich außerdem in der Koalition gegen Straflosigkeit dafür ein, dass die Verantwortlichen für die Ermordung und das so genannte Verschwindenlassen von Deutschen während der argentinischen Militärdiktatur zur Verantwortung gezogen werden. Für seine Arbeit wurde er vielfach ausgezeichnet. Zuletzt erhielt Kaleck im Jahr 2019 den Bassiouni Justice Award des Centre for International Law Research and Policy.

Sandro Mezzadra lehrt Theorie der Politik an der Universität von Bologna und ist Adjunct Fellow am Institute for Culture and Society, University of Western Sydney. Er ist ein aktiver Teilnehmer an der ›post-operaistischen‹ Debatte und einer der Gründer des Projekts Euronomade (www.euronomade.info). Im letzten Jahrzehnt hat er sich intensiv mit Migration, postkolonialer Kritik und globalem Kapitalismus beschäftigt. Gemeinsam mit Brett Neilson hat er das Buch “Border as Method, or, the Multiplication of Labor” (2013) veröffentlicht. Zuletzt erschien von ihm „The Politics of Operations. Excavating Contemporary Capitalism” (2019). Als Aktivist ist er bei der Kampagne "Mediterranea Saving Humans" aktiv. Mehr von Sandro Mezzadra

Katja Maurer ist Journalistin und Chefredakteurin des medico-Rundschreibens. Die ausgebildete Dolmetscherin und Übersetzerin leitete viele Jahre die Öffentlichkeitsarbeit von medico international. In ihrer publizistischen Tätigkeit beschäftigt sie sich regelmäßig mit den politischen Entwicklungen in Lateinamerika. Sie veröffentlicht regelmäßig zu Israel-Palästina und dabei dem Thema multiperspektivische Erinnerung. Seit dem Erdbeben in Haiti 2010 hat sie zur Geschichte und Gegenwart des Landes geschrieben und gemeinsam mit Andrea Pollmeier das Buch „Haitianische Renaissance. Der lange Kampf um postkoloniale Emanzipation“ (2020) veröffentlicht. Mehr von Katja Maurer

Achille Mbembe ist ein kamerunischer Philosoph, politischer Theoretiker und öffentlicher Intellektueller. Nach Stationen an verschiedenen US-amerikanischen Universitäten lehrt er heute an der University of the Witwatersrand in Johannesburg. Für sein Buch „Kritik der schwarzen Vernunft“ (2013) wurde Mbembe 2015 mit dem 36. Geschwister-Scholl-Preis ausgezeichnet. Er ist einer der wichtigsten lebenden Autoren, wenn es um die Nachwirkungen des Kolonialismus geht. Um die Verbreitung von Macht- und Souveränitätsstrukturen zu beschreiben, zu deren Kennzeichen die Produktion von Tod in großem Maßstab gehört, prägte er den Begriff der „Nekropolitik“. Zuletzt erschien von ihm „Out of the Dark Night. Essays on Decolonization“ (2020). Mehr von Achille Mbembe

Rodrigo Mundaca ist ein chilenischer Menschenrechtsaktivist. Der studierte Agraringenieur ist nationaler Sprecher der „Bewegung zur Verteidigung des Zugangs zu Wasser, der Erde und des Umweltschutzes“ (MODATIMA), die für den freien Zugang zu Wasser kämpft. Neben seinem Engagement arbeitet er für ein Beratungsunternehmen, das kleinere Landwirte berät und ihnen hilft Kompetenzen im Hinblick auf die ökologische Produktion zu entwickeln. Mit dem Kampf für den Zugang zu Wasser als Menschenrecht hat sich Mundaca mächtige Feinde in Politik und Wirtschaft gemacht und lebt unter ständiger Bedrohung. Im Jahr 2019 wurde ihm der Menschenrechtspreis der Stadt Nürnberg verliehen.

Maximilian Pichl studierte Rechtswissenschaft und Politikwissenschaft an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Er arbeitete anschließend als rechtspolitischer Referent für die Menschenrechtsorganisation PRO ASYL e.V. Die Forschungsschwerpunkte seiner Arbeit sind Kritische Rechtstheorie, Flüchtlings- und Migrationsrecht sowie Polizeirecht. Aktuell forscht er zur rechtsstaatlichen Aufarbeitung der Mordserie des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) und zu den institutionellen Veränderungen in der EU-Migrationspolitik seit dem „Sommer der Migration 2015“. Er ist Redaktionsmitglied in der Zeitschrift Forum Recht und im Grundrechte-Report, sowie aktiv im Netzwerk Migrationsrecht. Mehr von Maximilian Pichl

Milo Rau ist Regisseur, Autor und seit 2018 künstlerischer Leiter des NTGent (Belgien). Kritiker nennen ihn den „einflussreichsten“ (Die Zeit), den „am meisten ausgezeichneten“ (Le Soir), den „interessantesten“ (De Standaard), den „umstrittensten“ (La Repubblica), den „skandalösesten“ (New York Times) oder „ambitioniertesten“ (The Guardian) Künstler unserer Zeit. Seit 2002 hat er über 50 Theaterstücke, Filme, Bücher und Aktionen veröffentlicht. Seine Theaterproduktionen wurden auf allen großen internationalen Festivals gezeigt und tourten in über 30 Ländern weltweit. Sein aktueller Film „Das neue Evangelium“ (2020) ist im Dezember 2020 erschienen und wird im Rahmen der Konferenz digital gezeigt.

Jason Rosario Braganza ist ein kenianischer Wirtschaftswissenschaftler, der sich seit Jahren zu Fragen und Perspektiven von Entwicklungsprozessen in Afrika beschäftigt. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen im Bereich Handel und regionale Integration, Entwicklungsfinanzierung und Steuern, illegale Finanzströme und inländische Ressourcenmobilisierung, sowie Armut und Ungleichheit. Als ausgewiesener Experte im Bereich Steuergerechtigkeit hat er in den vergangenen Jahren mit und für verschiedenen afrikanischen NGOs und Netzwerken gearbeitet. Seit Oktober 2020 ist Jason Geschäftsführer des African Forum and Network on Debt and Development (AFRODAD). Er lebt in Nairobi.

Jennifer del Rosario-Malonzo ist Entwicklungshelferin, Aktivistin und Autorin und arbeitet seit über 20 Jahren in zivilgesellschaftlichen Netzwerken und Organisationen. Sie ist Geschäftsführerin von IBON International, einer internationalen Nichtregierungsorganisation aus dem Süden, die sich für die Stärkung des Wissens der Menschen um ihre Rechte und die Demokratisierung von gesellschaftlichen Verhältnissen weltweit einsetzt. Vorher hat sie u.a. als globale Koordinatorin des Reality of Aid Network gearbeitet. Sie hat sich intensiv mit Fragen der Entwicklungszusammenarbeit unter dem Blickwinkel eines menschenrechtsbasierten Ansatzes für Entwicklung beschäftigt, insbesondere mit der Entwicklungsfinanzierung, der Süd-Süd-Kooperation, der Verschuldung und der Finanzierung nachhaltiger Entwicklung,

Miriam Saage-Maaß ist Rechtsanwältin und stellvertretende Legal Director des European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR), wo sie den Arbeitsbereich Wirtschaft und Menschenrechte aufgebaut hat und seit mehreren Jahren leitet. Sie arbeitete unter anderem an Verfahren gegen Unternehmen wie KiK zur Ausbeutung von Arbeiter*innen in Südasien. Sie schreibt regelmäßig zur Frage der juristischen Verantwortung von Unternehmen für Menschenrechtsverletzungen in den globalen Zulieferketten und ist eine international anerkannte Expertin. Im Oktober 2016 wurden Miriam Saage-Maaß und ECCHR-Generalsekretär Wolfgang Kaleck mit dem Hans-Litten-Preis der Vereinigung Demokratischer Juristinnen Recht und Juristen (VDJ) ausgezeichnet. Mehr von Miriam Saage-Maaß

Mark Schuller ist einer der internationalen Experten für Haiti, der sich seit Jahren auch mit den negativen Auswirkungen von humanitärer Hilfe beschäftigt und auf diese hinweist. Schuller ist Lehrstuhlinhaber für Anthropologie und Nonprofit- und NGO-Studien an der Northern Illinois University in Chicago und ist Fellow an der Fakultät für Ethnologie der Universität von Haiti. Seine Forschungsergebnisse zum Vertiefung von Abhängigkeit durch humanitärer Hilfe nach der Erdbebenkatastrophe auf Haiti wurden weit über wissenschaftliche Kreise hinaus beachtet und rezipiert. Schullers neustes Buch trägt den Titel „Humanity’s Last Stand: Confronting Global Catastrophe“ (2021). Mehr von Mark Schuller.

Rita Laura Segato lehrte und forschte über 30 Jahre lang von Brasília aus und ist eine exzellente Kennerin ganz Lateinamerikas, besonders das der immer noch allzu oft ignorierten Mehrheiten: Frauen, Indigene, afrolatin@s. Die emeritierte Anthropologin ist besonders für ihre Forschungen über Genderfragen in indigenen und lateinamerikanischen Gemeinden bekannt, sowie für ihre Forschung über Gewalt gegen Frauen und die Beziehung zwischen Gender, Rassismus und Kolonialität. Sie veröffentlichte unter anderem La guerra contra las mujeres (2016; Der Krieg gegen die Frauen) sowie „la critica de la colonialidad en ocho ensayos“ (2015; Kritik der Kolonialität in acht Aufsätzen). Sie ist eine der bedeutendsten feministischen Intellektuellen Lateinamerikas. Mehr von Rita Laura Segato

Thomas Rudhof-Seibert ist Philosoph, Autor und politischer Aktivist. Er arbeitet als Menschenrechtsreferent bei medico international und ist auch zuständig für die Region Südostasien. Dort betreut er u.a. die Kampagnen gegen die Ausbeutungspraxen der internationalen Textilindustrie. Außerdem ist er Koordinator des Menschenrechtsnetzwerks Sri Lanka Advocacy und stellvertretender Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats der Rosa Luxemburg Stiftung. In seinem Nachdenken befragt er von verschiedenen Seiten das revolutionäre Potenzial der Idee der Menschenrechte. 2017 veröffentlichte er das Buch „Zur Ökologie der Existenz - Freiheit, Gleichheit, Umwelt“. Mehr von Thomas Rudhof-Seibert

Moussa Tchangari ist Generalsekretär der Vereinigung Alternative Espaces Citoyens, einer der wichtigsten zivilgesellschaftlichen Organisationen in Niger. 1991 war Moussa Tchangari einer der Gründer der Association Nigérienne des Droits de l'Homme (ANDDH). Er ist zudem als Journalist tätig. Der langjährige medico-Partner setzt sich insbesondere in den letzten Jahren für die Rechte von Migrant:innen ein, die Niger als Transitland Richtung Europa passieren. Menschenrechtsaktivist:innen werden im Niger von der Regierung verfolgt. Im vergangenen März wurde Tchangari mit 5 weiteren Aktivist:innen nach einer regierungskritischen Demonstration festgenommen und saß einige Wochen in Haft. Mehr von Moussa Tchangari

Vanessa Eileen Thompson ist wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Vergleichenden Kultur- und Sozialanthropologie an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder). Ihre Forschungs- und Lehrschwerpunkte sind kritische Rassismus- und Migrationsforschung, Black Studies und intersektionale Ungleichheits- und Geschlechterforschung. Die promovierte Soziologin arbeitet derzeit in einem Forschungsprojekt zu Racial Profiling und seinen geschlechtsspezifischen Dimensionen. Thompson verbindet dabei wissenschaftliche und aktivistische Ansätze zur Analyse und Kritik von rassistischer Polizeigewalt und dem Widerstand der Betroffenen dagegen.

Shirin Tinnesand ist derzeit an der Oslo Metropolitan University in Norwegen angestellt und terforscht die Rolle internationaler Hilfsorganisationen in Flüchtlingslagern und Krisengebieten. Ihre Familie hat Wurzeln in Norwegen und Kurdistan. Shirin Tinnesand hat mit Hilfe von Stipendien an Universitäten in Indien, Nepal, Argentinien, Vietnam studiert und anschließend umfangreiche Feldforschung in Ghana durchgeführt. Seit Anfang 2020 macht sie die Öffentlichkeitsarbeit bei der griechischen Organisation Stand By Me Lesvos und hat verschiedene Gruppen von selbstorganisierten Flüchtlingen bei der Medienarbeit unterstützt. Zuletzt veröffentlichte sie verschiedene Artikel über die Situation der Menschen im Flüchtlingslager Moria. Mehr von Shirin Tinnesand

Eva von Redecker ist Philosophin und Publizistin. Von 2009 bis 2019 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Berliner Humboldt-Universität, 2015 unterrichtete sie für ein Semester als Gastdozentin an der New School for Social Research in New York. Ende 2020 trat sie ein Marie-Skłodowska-Curie-Fellowship an der Universität Verona in Italien an. Eva von Redecker ist auf einem Biohof aufgewachsen und hat dort viel über Erdbeeranbau, Direktvermarktung und Pferdezucht gelernt. Heute lebt sie wieder auf dem Land. Sie arbeitet derzeit an einem Forschungsprojekt zum autoritären Charakter. Zuletzt erschien von ihr „Revolution für das Leben. Philosophie der neuen Protestformen“ (2020). Mehr von Eva von Redecker

Jean Ziegler ist eine der Ikonen der globalisierungskritischen Bewegung. Der studierte Soziologe lehrte in Genf und an der Pariser Sorbonne, war bis 1999 Nationalrat im schweizerischen Parlament und von 2000 bis 2008 UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung. Außerdem war er Mitglied im Beratenden Ausschuss des Menschenrechtsrats und sitzt im Beirat der NGO „Business Crime Control“. Ziegler prägte den Satz „Jeder Mensch, der heute an Hunger stirbt, wird ermordet“ und seine Publikationen wie „Die Schweiz wäscht weißer“ haben gesellschaftliche Kontroversen ausgelöst. Zuletzt erschien von ihm „Die Schande Europas. Von Flüchtlingen und Menschenrechten“ (2020). Mehr von Jean Ziegler


Die (Re)konstruktion der Welt

Online-Konferenz, 12.-14. Februar 2021