Fluchtursachen in Zahlen

Auf der Flucht

In den vergangenen zehn Jahren hat das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen UNHCR fast jedes Jahr neue Höchstzahlen vermeldet.
Fluchtursachen in Zahlen: Nie zuvor waren weltweit so viele Menschen auf der Flucht. Klick auf das Bild: Download PDF

Die UN müssen immer mehr Flüchtlinge versorgen. Gleichzeitig findet eine massenhafte „Flucht im Verborgenen“ statt: Menschen, die Zuflucht bei Verwandten suchen, die vom Land in eine Stadt umsiedeln mussten oder die sich klandestin, also heimlich bzw. unregistriert, auf dem Weg Richtung USA oder Europa befinden – sie alle tauchen in keiner Statistik auf und niemand kann sagen, wie viele es genau sind.

 

Ende 2017 ist die Zahl der gewaltsam vertriebenen Menschen weltweit auf 68,5 Millionen angestiegen. Das sind so viele wie nie zuvor. Würden diese Menschen einen Staat bilden, hätte der so viele Bürgerinnen und Bürger wie Frankreich oder Großbritannien.

Fast vier von sieben Menschen suchen im eigenen Land nach Schutz. Mehr als vier von acht Flüchtlingen halten sich in so genannten Entwicklungsländern auf.

Die Türkei, Pakistan, Uganda und der Libanon beherbergen die meisten Flüchtlinge. Im Libanon ist aktuell mindestens jeder sechste Mensch ein Flüchtling.

Mindestens jeder 111. Mensch auf der Welt musste sein Zuhause unfreiwillig verlassen. Im Schnitt ist alle zwei Sekunden ein Mensch zur Flucht gezwungen.

Mehr als die Hälfte aller Flüchtlinge weltweit sind Kinder.

Alle Zahlen sind den Statistiken der UNHCR entnommen.

 

Krieg und Gewalt
In fast jedem siebten Land der Erde herrscht Krieg oder ein bewaffneter Konflikt.

Perspektivlosigkeit und Armut
Die 42reichsten Menschen der Welt – allesamt Männer – verfügen über den gleichen Reichtum wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung, also rund 3,7 Milliarden Menschen.

Diskriminierung und Verfolgung
In mindestens drei von fünf Ländern werden Menschen gefoltert oder anderweitig misshandelt.

Rohstoffhandel und Landraub
Sämtliche der zehn ärmsten Länder der Welt sind reich an Rohstoffvorkommen.

Umweltzerstörung und Klimawandel
Allein 2017 wurden 18,8 Millionen Menschen von Naturkatastrophen zur Flucht gezwungen, von denen viele den Folgen des Klimawandels zugerechnet werden.

 

Quellen:

www.hiik.de/de/konfliktbarometer/
www.oxfam.de > „Der Preis der Profite"
www.amnesty.de/amnesty-international-report-2016
www.frieden-fragen.de/entdecken/weltkarten.html
www.internal-displacement.org/database/displacement-data 

 

Die Genfer Flüchtlingskonvention

Die Genfer Flüchtlingskonvention (GFK) von 1951 und ihr Protokoll von 1967 sind zwei völkerrechtliche Abkommen zum Flüchtlingsschutz. Sie definieren, wer als Flüchtling anzusehen ist und welche Rechte Flüchtlinge in den Unterzeichnerstaaten genießen. Zugleich sind sie die Rechtsgrundlage für das Amt des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen (UNHCR).

Die GFK war zunächst darauf beschränkt, hauptsächlich europäische Flüchtlinge direkt nach dem Zweiten Weltkrieg zu schützen. 1967 wurde der Wirkungsbereich der Konvention durch ein Protokoll erweitert. Noch immer aber ist sie im Kern ein Schutzrecht für Verfolgte: Anerkannte Flüchtlinge sind solche, die wegen ihrer „Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Überzeugung“ verfolgt werden.

Keinen Rechtsanspruch auf Unterstützung und Schutz hingegen haben nach der GFK zum Beispiel Menschen, die aufgrund von Armut oder infolge ökologischer Krisen wie Dürrekatastrophen oder Überschwemmungen fliehen. Auch Binnenvertriebene fallen nicht offiziell unter das Mandat des UNHCR, im Rahmen bilateraler Übereinkünfte kann die UN-Behörde dennoch auch Menschen zur Seite stehen, die innerhalb ihres Landes auf der Flucht sind.

Insgesamt 149 Staaten sind bisher einem oder beiden UN-Instrumenten beigetreten. Damit haben sie sich dem Verbot unterworfen, Flüchtlinge auszuweisen, auszuliefern oder abzuweisen, wenn diese dadurch in einen Staat kommen oder in einem Staat verbleiben müssen, wo ihnen Verfolgung droht.


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