Fluchtursachen in Zahlen

Auf der Flucht

Fluchtursachen in Zahlen: Nie zuvor waren weltweit so viele Menschen auf der Flucht.
In den vergangenen zehn Jahren hat das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen UNHCR fast jedes Jahr neue Höchstzahlen vermeldet.

Die UN müssen immer mehr Flüchtlinge versorgen. Gleichzeitig findet eine massenhafte „Flucht im Verborgenen“ statt: Menschen, die Zuflucht bei Verwandten suchen, die vom Land in eine Stadt umsiedeln mussten oder die sich klandestin, also heimlich bzw. unregistriert, auf dem Weg Richtung USA oder Europa befinden – sie alle tauchen in keiner Statistik auf und niemand kann sagen, wie viele es genau sind.

Krieg und Gewalt
In fast jedem siebten Land der Erde herrscht Krieg.

Perspektivlosigkeit und Armut
62 Einzelpersonen besitzen so viel wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung, also rund 3,6 Milliarden Menschen.

Diskriminierung und Verfolgung
In mindestens drei von fünf Ländern werden Menschen gefoltert oder anderweitig misshandelt.

Rohstoffhandel und Landraub
Sämtliche der zehn ärmsten Länder der Welt sind reich an Rohstoffvorkommen.

Umweltzerstörung und Klimawandel
2015 gab es über 20 Millionen Klimaflüchtlinge. 2050 könnten es zwischen 200 Millionen und einer Milliarde sein.

 

Quellen:

www.hiik.de/de/konfliktbarometer/pdf/ConflictBarometer_2015.pdf
www.oxfam.de/system/files/20160118-wirtschaftssystem-superreiche.pdf
www.amnesty.de/amnesty-international-report-2016
www.frieden-fragen.de/entdecken/weltkarten.html
www.klimaflucht.de/klimawandel-und-flucht/

 

 

Die Genfer Flüchtlingskonvention

Die Genfer Flüchtlingskonvention (GFK) von 1951 und ihr Protokoll von 1967 sind zwei völkerrechtliche Abkommen zum Flüchtlingsschutz. Sie definieren, wer als Flüchtling anzusehen ist und welche Rechte Flüchtlinge in den Unterzeichnerstaaten genießen. Zugleich sind sie die Rechtsgrundlage für das Amt des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen (UNHCR).

Die GFK war zunächst darauf beschränkt, hauptsächlich europäische Flüchtlinge direkt nach dem Zweiten Weltkrieg zu schützen. 1967 wurde der Wirkungsbereich der Konvention durch ein Protokoll erweitert. Noch immer aber ist sie im Kern ein Schutzrecht für Verfolgte: Anerkannte Flüchtlinge sind solche, die wegen ihrer „Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Überzeugung“ verfolgt werden.

Keinen Rechtsanspruch auf Unterstützung und Schutz hingegen haben nach der GFK zum Beispiel Menschen, die aufgrund von Armut oder infolge ökologischer Krisen wie Dürrekatastrophen oder Überschwemmungen fliehen. Auch Binnenvertriebene fallen nicht offiziell unter das Mandat des UNHCR, im Rahmen bilateraler Übereinkünfte kann die UN-Behörde dennoch auch Menschen zur Seite stehen, die innerhalb ihres Landes auf der Flucht sind.

Insgesamt 147 Staaten sind bisher einem oder beiden UN-Instrumenten beigetreten. Damit haben sie sich dem Verbot unterworfen, Flüchtlinge auszuweisen, auszuliefern oder abzuweisen, wenn diese dadurch in einen Staat kommen oder in einem Staat verbleiben müssen, wo ihnen Verfolgung droht.


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