Ostafrika

Zerstörerische Fluten

Der Zugang zu den Betroffenen der Fluten ist nicht einfach. (Foto: KAPLET)
Im vergangenen Jahr traf sie die Dürre, jetzt reisst die Flut alles mit sich. medico-Partner leisten Nothilfe in Kenia.

Dämme sind gebrochen, ganze Gemeinden zerstört und hunderttausende Menschen befinden sich auf der Flucht. Seit nunmehr zwei Monaten wüten heftige Regenfälle und dadurch verursachte Überschwemmungen in Kenia. Die Regierung hat es bisher nicht geschafft, den Auswirkungen Einhalt zu gebieten. Die im Osten Kenias tätige basisorientierte Organisation KAPLET, Kamukunji Paralegal Trust, leistet Nothilfe für die von der Flut betroffenen Menschen. Der medico-Partner gewährleistet eine Wasser- und Essensversorgung und ersetzt das, was die Flut mit sich riss, wie Kleider, Geschirr und ein Dach über dem Kopf.
 

Unterstützen Sie die Arbeit von KAPLET für die von der Flut betroffenen Menschen mit einer Spende unter dem Stichwort „Ostafrika“. Besonders in solchen akuten Notfällen bedarf es solidarischer Hilfe.


Es trifft dieselben Menschen, für die medico bereits vor etwas mehr als einem Jahr mit einem Spendenaufruf um Hilfe gebeten hatte. Damals waren es  die Folgen der großen Dürre und Trockenheit, die eine Hungerkatastrophe heraufbeschworen. KAPLET versorgte mit Trinkwasser und Nahrungsmitteln diejenigen, zu denen keine Hilfe durchdrang.

Die Zusammenarbeit von KAPLET mit medico begann vor sieben Jahren. Damals litt das Land ebenfalls unter einer Dürre und Hungersnot. Seitdem hat KAPLET immer zuverlässig, umsichtig und feinfühlig agiert. Mehr noch: Statt sich dem einschneidenden Rahmen des nur bürokratisch Machbaren zu unterwerfen, brechen die KollegInnen von KAPLET diesen bewusst auf und orientieren sich am politisch Notwendigen. Dabei sehen sie sich nicht als verlängerter ziviler Arm des kenianischen Staates, sondern agieren koordiniert, aber unabhängig. Soforthilfe und die Notwendigkeit langfristiger Veränderung denken sie konsequent zusammen. Sie organisieren auch rechtliche Beratung und politische Organisierung. Früchte dieses Ansatzes sind unter anderem die Wiedererlangung von Selbstbewusstsein und Würde der Menschen, mit denen sie arbeiten. Sie wissen, dass sie nicht nur verbriefte Rechte haben, sondern die Regierung ihnen gegenüber auch in der Verantwortung steht.

Diesen Pflichten kommt der Staat in der aktuellen Krisensituation nicht nach. Trotz der Bitte um Unterstützung des betroffenen Verwaltungsbezirks Garissa fehlen finanzielle Mittel. Und das obwohl diese dem County Garissa rechtlich zustünden. Zwar trifft eine Naturkatastrophe zunächst alle Menschen, gleich ihrer sozialen Herkunft – doch im Nachhinein haben vor allem diejenigen mit dem Überleben zu kämpfen, die bereits zuvor marginalisiert waren. Auf dieses Ungleichgewicht reagiert KAPLET.

Zeitgleich mahnt Erick Otieno von KAPLET aber auch: „Du kannst keine Advocacy-Arbeit mit hungrigen Menschen machen.“ Damit dies gerade jetzt auch in den betroffenen Gebieten möglich wird, ist Unterstützung von außen entscheidend. Die bisherige Hilfe konzentriert sich auf die einfach zu erreichenden Hauptstraßen und urbanen Zentren. Außen vor bleiben die unzähligen Dörfer in abgelegenen, nur schwer zugänglichen Gegenden. Genau dort ist KAPLET aktiv und leistet unentbehrliche Nothilfe.


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