Medizinische Nothilfe für verletzte Demonstranten in Syrien

Spendenaufruf

Die sozialmedizinische Hilfs- und Menschenrechtsorganisation medico international unterstützt die Untergrundkliniken der syrischen Opposition. Die humanitäre Situation in den Zentren des Aufstands ist vor allem für verletzte Demonstranten dramatisch, da das syrische Regime in den Krankenhäusern gezielt nach ihnen fahndet.

Der syrische medico-Projektpartner Local Coordination Committees (LCC) berichtet, dass angeschossene Aktivisten aus Krankenhäusern entführt und ermordet wurden. Auch versuche das Regime, durch eine engmaschige Kontrolle der Blutbanken gezielt Opfer der Proteste zu identifizieren.

Die medizinische Versorgung der Oppositionellen findet daher zunehmend außerhalb der öffentlichen Krankenhäuser statt. Getragen werden diese klandestinen Strukturen von engagierten Ärzten und anderem medizinischen Personal, die mit Sachmitteln von den LCCs unterstützt werden.

medico-Öffentlichkeitsreferent Martin Glasenapp erläutert: "Allen Rufen nach einem militärischen Eingriff von außen zum Trotz und entgegen der gefährlichen Entwicklung zur Bewaffnung der Revolution setzen die lokalen Basiskomitees weiterhin auf friedlichen Wandel. Die vorwiegend säkularen Gruppen kritisieren die Militarisierung des Aufstands und lehnen zugleich jede Intervention von außen ab. Doch die Komitees wissen auch, dass der Assad-Clan nicht so schnell weichen wird und brauchen internationale Solidarität."

Die medizinischen Teams kommunizieren mittels Web 2.0 ihren Sachmittelbedarf (z.B. Medikamente, medizinisches Verbrauchsmaterial und aktuell besonders Material für Bluttransfusionen) an die LCCs, die die Beschaffung über ihre Strukturen im benachbarten Ausland organisieren, die Güter dann nach Syrien schmuggeln lassen und dort an die Teams verteilen.

Depesche aus Damaskus (via Web 2.0)

Absender: Dr. I.B. (Name medico bekannt)

In Anbetracht der sich stetig verschlechternden humanitären Lage in einigen Orten Syriens gründeten wir eine medizinische Kommission der Syrischen Revolution. In Abstimmung mit den Lokalen Koordinations Komitees (LCC) versuchen wir in den betroffenen Gebieten direkte medizinische Hilfe zu leisten. Unsere medizinischen Komitees stellen medizinische Geräte und Medikamente bereit und richten, wo es möglich ist, sogenannte „Feldhospitäler“ ein.

Wir haben sowohl in Al Rastan (Umland Homs), Barza (Vorort von Damaskus) und Al-Kaswah (Umland Damaskus) mehrere Feldhospitäler eingerichtet. Die Unterstützung durch medico international ermöglichte uns die Anschaffung von medizinischen Geräten, die für Notoperationen und zur Blutstillung unerlässlich sind. Wir benötigen weiterhin dringend Sauerstoffpumpen, weitere elektrische Operationsgeräte und nicht zuletzt portable Lampen. Wir grüßen die Freiheit!

Damaskus, den 11. Februar 2012

Spendenkonto:

medico international unterstützt die medizinische Notfallhilfe in Syrien bereits mit Eigenmitteln von 10.000 Euro. Für die weitere Arbeit bitten wir um Spenden. Das Spendenstichwort lautet: Nahost.

Spendenkonto: 1800
Frankfurter Sparkasse
BLZ 500 502 01
Online-Spenden: www.medico.de/spenden

Kontakt

Für Nachfragen und Interviewwünsche:

  • Martin Glasenapp, medico international: Tel. 069/94438-21 oder glas@medico.de

 


Veröffentlicht am 14. Februar 2012

Übermittlung Ihrer Stimme...

Noch nicht bewertet. Seien Sie der Erste, der diesen Artikel bewertet! Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.

Mehr zum Thema

Symbolbild

Fluchthilfe aus der belagerten Stadt
Eine exemplarische Geschichte ohne Namen und Ort: Er bekommt direkte Morddrohungen. Jetzt muss er weg. Wie medico versucht dabei zu helfen. Weiterlesen

Fassbomben in der Provinz
Die Zerstörung eines Krankenhauses in der Region Daraa, die Demoralisierung und das Engagement ziviler AktivistInnen in Syrien. Weiterlesen

Syrien jenseits des IS
Ziviler Aktivismus in einer "befreiten Stadt". Die Mühen des Alltags in einem Syrien jenseits von Regime und „Islamischem Staat". Weiterlesen

Online spenden!