Hunger in Ostafrika

Wie hilft medico mit meiner Spende?

Der alltägliche Kampf um das Menschenrecht auf Gesundheit ist praktische Katastrophenprävention. (Foto: medico)
In Zentral- und Ostafrika sowie dem Jemen bedroht eine Hungersnot 20 Millionen Menschen. Lokale medico-Partner helfen in Kenia und Somalia.

In Somalia und Kenia leisten unsere Partner aktuell Wasser- und Nahrungsmittelhilfe für Menschen, die aufgrund von Dürre und Krieg von einer Hungersnot bedroht sind und sich in vielen Fällen auf der Flucht befinden. Mit Ihren Spenden fördert medico international lokale Organisationen in Ostafrika und ermöglicht den Einsatz der Partnerorganisationen angesichts der drohenden Katastrophe. Wie gelingt es unseren Partnern, die Spenden trotz Bürgerkrieg für die Betroffenen einzusetzen?

Im vom Krieg zerrütteten Somalia kämpfen die radikal-religiösen islamischen Al-Shabaab-Milizen gegen eine fragile Regierung, in einigen Regionen dominieren bewaffnete Milizen die politische Ordnung. Hier gibt es keine Alternative, als mit den jeweiligen Machthabern zu verhandeln, um die Hungernden zu erreichen. Das tun unsere einheimischen Partner-Organisationen, die unter großen Gefahren für Leib und Leben seit vielen Jahren unter diesen Bedingungen arbeiten.

Nothilfe in Somalia und Kenia

Der somalische medico-Partner NAPAD (Nomadic Assistance for Peace and Development) ist seit Jahren im Südwesten des Landes aktiv. Die MitarbeiterInnen kennen die Bedingungen vor Ort und verfügen über ein etabliertes Netzwerk. Sie helfen aktuell in den besonders von Hungersnot bedrohten Gemeinden der Gedo-Region. Dort versorgen sie Haushalte mit Nahrungsmitteln und gewährleisten den Zugang der Menschen zu Wasser.

In Kenia versucht die Regierung über ein Notprogramm, die Menschen zu unterstützen. Allerdings sind die bereitgestellten Gelder zu gering, um alle Regionen abzudecken und oft spielen politische Kriterien eine Rolle bei der Verteilung. Die kenianische Gesundheitsorganisation KAPLET (Kamukunji Paralegal Trust) setzt sich im Land für das Recht auf Nahrung und die Freiheit von Hunger ein. Der langjährige medico-Partner leistet derzeit Nothilfe in den besonders betroffenen Counties im Osten Kenias, Garissa und Tana River. Dort verteilen die Aktivistinnen und Aktivisten Nahrungsmittel (Bohnen, Reis, Öl und Trinkwasser) – insbesondere an diejenigen, die bisher von Hilfe abgeschnitten waren. Außerdem unterstützt KAPLET die Menschen in der Region dabei, ihre demokratischen Rechte wahrzunehmen, um Ernährungssouveränität und Gesundheitsversorgung einzufordern.

Ihre Spende kommt an

Jede Spende, die bei medico international unter dem Stichwort „Hilfe für Ostafrika“ eingeht, wird zweckgebunden verbucht und für Projekte in Ostafrika eingesetzt. Unsere Partner finanzieren damit die Nothilfemaßnahmen für die von Hunger bedrohten Menschen - dort, wo die Hilfe am dringendsten benötigt wird.

Bereits während der letzten Hungerkatastrophe in den Jahren 2011/2012 hat medico international gut und effektiv mit KAPLET in Kenia und NAPAD in Somalia zusammen gearbeitet. Unsere Partner kennen die Situation in den Regionen Kenias und Somalias, in denen Mangel- und Unterernährung immer wieder auftreten. Die dort lebenden Menschen, Einheimische wie Flüchtlinge, sind zwingend auf Hilfe angewiesen. Die zuständigen Projektverantwortlichen bei medico stehen in regelmäßigem und engem Austausch mit unseren Partnern und machen sich ein Bild von vor Ort.

Unsere Partner kennen sich aus

Unsere lokalen Kolleginnen und Kollegen kennen sich wesentlich besser aus als beispielsweise Helfer von außen. Sie  sind Teil der einheimischen Netze, so erfahren sie weniger Aufmerksamkeit und erzeugen auch weniger Begehrlichkeiten als von außen kommende Großmaßnahmen. Unsere Erfahrungen zeigen, dass so effektive, nachhaltige Arbeit gelingen kann.

Jeder Mensch hat ein Recht auf Hilfe. Hilfe darf aber nicht Abhängigkeit und Herabsetzung bedeuten, sondern muss auch nachhaltig verändern. Mit Ihrer Spende unterstützt medico international Partner vor Ort, die nachhaltige Hilfe leisten und dabei strukturelle Ursachen für Notsituationen benennen und versuchen, diese zu überwinden.

Unsere Arbeit wird unabhängig überprüft

Transparenz und die seriöse Überprüfung unserer Arbeit durch unabhängige Institutionen sind uns wichtig. medico international ist Gründungsmitglied der „Initiative Transparente Zivilgesellschaft“ und erfüllt deren Vorgaben. Wir legen offen, welche Ziele wir verfolgen, woher unsere eingesetzten Mittel stammen, wie sie verwendet werden und wer darüber entscheidet.

Seit vielen Jahren ist medico international mit dem Gütesiegel des unabhängigen Deutschen Zentralinstituts für Soziale Fragen (DZI) ausgezeichnet. Das Berliner Institut informiert die Öffentlichkeit über die Seriosität von Spendenorganisationen und warnt vor unlauteren Praktiken, es hat eine eigene Abteilung zur Beratung für Menschen, die spenden wollen und Fragen dazu haben.

Mit dem Siegel überprüft das DZI, ob die Spendenorganisation mit den ihr anvertrauten Geldern sorgfältig und verantwortungsvoll umgeht und ob ihre Spendenwerbung sachlich informiert. Das Institut überprüft medico jährlich und bescheinigt uns seit vielen Jahren die Erfüllung der satzungsmäßen Ziele. medico vertraut auf die unabhängige Fachkompetenz des DZI, das als wissenschaftliche Dokumentations- und Auskunftsstelle langjährige Erfahrung in der Prüfung und Beurteilung von Spendenorganisationen hat.

Der Entwicklung, dass vermehrt privatwirtschaftliche oder von Interessensverbänden gesteuerte Initiativen Gütesiegel für Nichtregierungsorganisationen anbieten, stehen wir sehr kritisch gegenüber. Wenn beispielsweise ein Dachverband die Arbeit seiner eigenen Mitgliedsorganisationen überprüft und ein Gütesiegel ausstellt, halten wir die Aussagekraft eines solchen Siegels für fragwürdig und wenig hilfreich für kritische Spenderinnen und Spender.


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