Trotz türkischer Blockade

Der Krankenwagen von medico erreicht das freie Kobanê

Seit Ende Januar ist der von medico finanzierte Krankenwagen in Kobanê im Einsatz. (Foto: medico)
Die Grenze ist wieder geschlossen. Auch der medico-Krankenwagen konnte nur durch einen lokalen Fahrer in Kobanê übergeben werden.

Die Grenze ist auf türkischer Seite militärisch gesichert, aus der Ferne sind Explosionen und Schüsse zu hören. Die türkische Grenzpolizei erlaubt weder Bilder noch einen Blick auf die Übergabe des Krankenwagens. Dennoch ist in Kobanê die Freude groß. Die kurdische Presse hat sich auf der syrisch-kurdischen Seite versammelt, um die lang ersehnte Hilfe entgegennehmen zu können. Denn auch wenn das Stadtgebiet befreit ist, wird im Umland weiter gegen den IS gekämpft. Davon zeugt auch der Flugzeuglärm, der an der Grenze zu hören ist.

Der Krankenwagen von medico ist nur ein kleiner Anfang all dessen, was Kobanê jetzt braucht: Medikamente, Nahrungsmittel, Heizstoffe, um die nächsten kalten Tage und Nächte zu überstehen und die ersten Rückkehrer versorgen zu können.

Aber vor allem geht es jetzt um freien Zugang, eine offene Grenze, damit auch die Aufräumarbeiten beginnen können. Denn schon hat unter der kurdischen Bevölkerung die Diskussion um die Zukunft Kobanês begonnen. Kann der Schutt abgetragen und die völlig zerstörte Infrastruktur wiederhergestellt werden, oder soll ein neues Kobanê, eine neue Stadt neben den Ruinen des alten Stadtkerns entstehen, der dann als Mahnmal in seinem jetzigen Zustand belassen wird? Es ist eine Entscheidung, die mit der zurückgekehrten Bevölkerung zu gegebener Zeit getroffen werden soll.

medico wird versuchen mit seinen Möglichkeiten der Hilfe diesen Prozess zu unterstützen. Und auch deshalb geht es jetzt darum, dass endlich der Schlagbaum nach Kobane von der Türkei geöffnet wird.


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