Anfang Februar 2026 rammte die griechische Küstenwache vor der griechischen Insel Chios ein Boot mit Geflüchteten. 15 Menschen starben. Verhaftet wurde allerdings nicht die Crew der Küstenwache – verhaftet wurde einer der Überlebenden. Wie in vielen anderen Fällen konstruiert die griechische Staatsanwaltschaft den Vorwurf der Schleuserei. In die ungleiche Auseinandersetzung vor Gericht hat sich das Legal Center Lesvos eingeschaltet. Seit nunmehr zehn Jahren leisten die Anwält:innen kostenlose Rechtsberatung für Geflüchtete in Asylverfahren und dokumentieren Menschenrechtsverletzungen bei illegalen Pushbacks. Immer häufiger sind sie auch mit Fällen willkürlicher Kriminalisierung wie in Chios konfrontiert. Indem das Legal Center Lesvos strategische Gerichtsprozesse vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte führt und, wie in diesem Fall, konkreten juristischen Beistand leistet, widersetzt es sich der Entrechtung an den EU-Außengrenzen und verteidigt das Recht auf Asyl.
Dieser Beitrag erschien zuerst im medico rundschreiben 02/2026. Das Rundschreiben schicken wir Ihnen gerne kostenlos zu. Jetzt abonnieren!





