Nach über vier Jahren neuerlicher Taliban-Herrschaft ist die Menschenrechtslage in Afghanistan weiter desaströs. Grundrechte sind außer Kraft gesetzt, Frauen wieder aus dem öffentlichen Raum verbannt. Minderheiten werden gewaltsam vertrieben, die Meinungsfreiheit ist eingeschränkt. Die Menschenrechtsorganisation „Afghanistan Human Rights and Democracy Organisation“ (AHRDO) aber setzt ihren Kampf fort, teils inzwischen aus dem Exil, weiterhin aber auch mit Mitarbeitenden vor Ort.
AHRDO hat bislang rund 10.000 Erfahrungsberichte von Opfern von Menschenrechtsverbrechen dokumentiert, darunter Kriegsverbrechen, Folter, geschlechtsspezifischer Verfolgung und gezielter Gewalt gegen ethnische und religiöse Minderheiten. Entstanden ist ein einzigartiges Archiv, das Zeugnisse, Erinnerungen und Geschichten bewahrt und für zukünftige Generationen sichtbar macht. Öffentlich zugänglich ist das Archiv unter afghanistanmemoryhome.org. Es ist auch Grundlage für die juristische Arbeit von AHRDO – mit dem Ziel, dass Menschenrechtsverletzungen durch Institutionen wie dem Internationalen Strafgerichtshof eines Tages verfolgt und Täter zur Rechenschaft gezogen werden können.
Dieser Beitrag erschien zuerst im medico rundschreiben 01/2026. Das Rundschreiben schicken wir Ihnen gerne kostenlos zu. Jetzt abonnieren!

