08.07.2026 | Berlin
Beyond Statecraft

Filmvorführung „Swakopmund“ mit anschließendem Gespräch
Die Abendveranstaltung beleuchtet die medialen Falschdarstellungen, die den Eindruck erwecken, der Völkermord an den Ovaherero und Nama sei bereits hinreichend anerkannt und aufgearbeitet worden. Vertreter:innender Global Ovaherero Genocide Foundation (GOF) und der Nama Traditional Leaders Association (NTLA) kommen mitJurist:innen und Akteur:innen der Zivilgesellschaft zusammen, um die Geschichte der Klagen, parlamentarischen Anfragen und verabschiedeten Gesetzgebungsverfahren zu diskutieren. Zudem geht es um das systematische Hin und Her aufeinanderfolgender deutscher Regierungen sowie um die schwerwiegenden Mängel der Gemeinsamen Erklärung („Joint Declaration“) von 2021.
Wir zeigen den Film Swakopmund, die neueste Untersuchung von Forensic Architecture und Forensis zum Völkermord des Deutschen Kaiserreichs an den Nama und Ovaherero, die sich auf die Hafenstadt Swakopmund konzentriert. In Swakopmund wurden zwischen 1904 und 1908 zwei deutsche Konzentrationslager betrieben. Gemeinsam mit Nachkommen von Überlebenden und forensischen Archäolog:innen rekonstruiert das Projekt das Lager, Zwangsarbeitsstätten und unmarkierte Gräber, die durch Stadtentwicklung zerstört wurden, und fordert deren dringenden Schutz sowie Bildungsarbeit gegen die bis heute bestehende Leugnung des Völkermords.
Die anschließende von Anne Schroeter (ECCHR) moderierte Diskussion mit Nandiuasora Mazeingo (Vorstandsvorsitzende der Ovaherero Genocide Foundation), Maboss Johannes Ortmann (NTLA) und medico-Referent Tim Mulhanga (Referent für Südliches Afrika) wird betonen, dass sich bis heute nichts Wesentliches geändert hat, und erklären, warum dieser Kampf weitergehen muss – bis die Bundesregierung die Verbrechen des Deutschen Kaiserreichs formell anerkennt und innerhalb etablierter internationaler Rahmenbedingungen ein echter Dialog über Reparationen geführt wird. Dieser Dialog muss direkt zwischen dem Staat und den Nachkommen der Überlebenden stattfinden.
Der Film wird auf Englisch mit deutschen Untertiteln gezeigt. Die Diskussion wird auf Englisch stattfinden.
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich und die Teilnahme ist kostenlos.
Die Veranstaltung ist Teil der Ausstellung Fractured Lifeworlds: Ovaherero und Nama im Kampf um Gerechtigkeit seit Generationen, für Generationen der Spore Initiative.