06.07.2026 | Frankfurt
Von Gaza nach Libanon

Politik des Unrechts
Der Krieg im Libanon und der Genozid in Gaza haben auch während diverser „Waffenruhen“ täglich weitere zivile Opfer gefordert. Kaum war bekannt geworden, dass die USA und Iran sich möglicherweise auf ein Ende des Krieges dort einigen könnten, das auch Libanon mit einschließen würde, verlauteten Kabinettsmitglieder der Regierung Netanjahu, Israel sei nicht an ein solches Abkommen gebunden.
In den vergangenen Monaten begrüßten israelische Minister wie Israel Katz (Verteidigung) und Bezalel Smotrich (Finanzen, Verteidigung) die „Gazafizierung“ des Süd-Libanon und verglichen die Einebnung ganzer libanesischer Dörfer mit Rafah und Beit Hanoun im Gazastreifen, die Zerstörung Dahiyehs mit Khan Younis. Das sogenannte ‚Gaza-Modell‘ richtet sich gezielt gegen die Bevölkerung und zivile Infrastruktur des Libanon. Zeitgleich sterben in Gaza täglich Palästinenser:innen an indirekten Kriegsfolgen oder sie werden bei Angriffen der israelischen Armee getötet – all das im Schatten einer Waffenruhe, die keine ist.
Unterdessen bleibt die Bundesregierung ihrer Linie treu, dass das Völkerrecht, wenn es um Israel und die Staatsräson geht, gegebenenfalls auch entgegen anderslautenden Lippenbekenntnissen nur zur Kür gehört, aber nicht zur Pflicht.
In dieser Lage sprechen die medico-Referenten Riad Othman (Israel-Palästina/Ukraine) und Imad Mustafa (Libanon & Menschenrechte) über die aktuelle Situation, mögliche Entwicklungspfade des Krieges, die Rolle internationaler Akteur:innen sowie über die Aussichten auf einen dauerhaften und gerechten Frieden in der Region.