24.06.2026 | Bremerhaven
Wenn Grundrechte bröckeln

Europas neue Asylpolitik
Am 12. Juni 2026 tritt die Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS) in Kraft. Damit soll das Asylverfahren in allen EU-Mitgliedstaaten vereinheitlicht werden und die Länder sollen ihre Asylentscheidungen gegenseitig anerkennen. Aber mit vielen Elementen dieser Reform wird das Recht auf Asyl in Frage gestellt. Geflüchtete, die es schaffen, die zunehmend militarisierten Außengrenzen der EU zu überwinden und europäischen Boden zu betreten, können nun für Monate in gefängnis-ähnlichen Lagern inhaftiert werden bis ihr Asylantrag bearbeitet worden ist.
Wer aus einem sog. „sicheren Herkunftsstaat“ kommt oder über einen vermeintlich „sicheren Drittstaat“ einreist, in dem er Asyl hätte beantragen können, hat kaum mehr Chancen ein individuelles Recht auf Asyl durchzusetzen. Diese Abschottungspolitik fordert ständig neue Todesopfer im Mittelmeer und in der Wüste der Sahelzone, in der die EU-Grenzkontrollen externalisiert werden.
Dr. Kerem Schamberger, Referent für Flucht und Migration bei medico international, erläutert die GEAS Reformen und die Folgen für das Recht auf Asyl. Er berichtet von seinen Reisen an die Außengrenzen der EU: von Gewalt, Militarisierung, tödlicher Abschottung wie auch von Solidarität, Widerstand und Netzwerken der Hoffnung.
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich und die Teilnahme ist kostenlos.
Veranstaltet von: Nord-Süd-Forum Bremerhaven - AK Migration und Flüchtlinge