20.06.2026 | Frankfurt
Clínica para todxs

Auftakt der medico-Spendenkampagne für eine Klinik in den zapatistischen Gebieten in Chiapas. Mit Daniel Loick, Anne Haas, EuropaZapatista u.a.
Gesundheit ist ein Menschenrecht – das vielen verwehrt bleibt. Im mexikanischen Bundesstaat Chiapas werden indigene Gemeinden systematisch von der medizinischen Versorgung ausgeschlossen. Auch deshalb rebelliert dort seit 1994 die zapatistische Autonomiebewegung. Sie kämpfen für Freiheit, Gerechtigkeit und ein gutes Leben in Würde.
Ein Beispiel dafür, was dieser Kampf bedeutet, wird aktuell im mexikanischen Hochland sichtbar: Die selbstverwalteten zapatistischen Gemeinden haben mitten im Regenwald mit dem Bau einer eigenen Klinik begonnen: Gynäkologie, Labor, zahnärztliche Versorgung – offen für alle. Mit Unterstützung solidarischer Initiativen, auch von medico international, verteidigen sie das Recht auf Gesundheit dort, wo der Staat versagt.
Während angesichts der Lage der Welt vielerorts Ohnmacht und Lähmung um sich greifen, zeigt die zapatistische Autonomiebewegung, dass Widerstand konkret und mehr als eine abstrakte Hoffnung sein kann. Dem wollen wir an diesem Abend zusammen mit unseren Gästen nachgehen:
Daniel Loick ist Philosoph und plädiert für ein genaues Hinschauen auf das widerständige Potential geteilter Alltagspraktiken, die zu überlebensnotwendigen Infrastrukturen werden. In dieser Annäherung um Fragen der Handlungsfähigkeit liest er die zapatistische Praxis als politisches Modell.
Die Journalistin Anne Haas lebte viele Jahre in Chiapas und arbeitete als Menschenrechtsbeobachterin bei der medico-Partnerorganisation Frayba. Sie gibt Einblicke in die Systematik entfesselter Gewalt gegen indigene Gemeinden in Chiapas.
Bahram Ghadimi ist Teil des Solidaritätsnetzwerks EuropaZapatista. Er besucht regelmäßig die selbstverwalteten Gemeinden im chiapanekischen Hochland und berichtet von den Eindrücken vor Ort – und von dem selbstverwalteten Gesundheitssystem, das seit 1994 die Menschen vor Ort versorgt.
Durch den Abend führen die medico-Referent:innen für Lateinamerika Timo Dorsch, Moritz Krawinkel und Jana Flörchinger.
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich und die Teilnahme ist kostenlos. Wir freuen uns aber über Spenden zur Unterstützung unserer Veranstaltungsangebote.