17.06.2026 | Berlin
Deutsche Verbindungen zu syrischen Geheimdiensten

Von geflohenen Nazis und Stasi-Beziehungen
Deutsche Verbindungen mit den syrischen Geheimdiensten und dem Unterdrückungssystem reichen weit zurück. Nach dem Zweiten Weltkrieg entzogen sich NS-Offiziere aus Wehrmacht und SS der deutschen und internationalen Justiz und flohen auch nach Syrien. Dazu gehörte etwa Alois Brunner, der unter Adolf Eichmann mitverantwortlich war für die Deportation und Ermordung von sechs Millionen europäischen Jüdinnen und Juden und seit 1954 unter falschem Namen in Syrien lebte und später als Berater beim Aufbau der Geheimdienste fungierte.
Die SED-Führung in der DDR begann ab Mitte der 1960er-Jahre, die Beziehungen zu Syrien zu intensivieren. Die DDR unterstützte Syrien durch die Lieferung von Waffen und Spionagetechnik. Die Stasi bildete die "politische Polizei” aus. Diese Verbindungen werden häufig als prägend für die Struktur der syrischen Sicherheitsarchitektur beschrieben.
Die Begleitveranstaltung zur aktuellen Ausstellung “SEDNAYA. Die Architektur von Repression und Tod in Syrien” wird diese deutschen Verbindungen und Verknüpfungen auf der Grundlage der Forschungsergebnisse zweier Wissenschaftlerinnen näher beleuchten. Dr. Noura Chalati (Berlin) und Thora Pindus (Universität Marburg) werden uns Einblicke in ihre Arbeit zu den Verbindungen und Vermittlern von der Unterstützung der flüchtenden Nazis und dem Aufbau des syrischen Sicherheitsapparats, bis zur Kooperation zwischen Stasi und den syrischen Geheimdiensten geben und einige Narrative neu bewerten. Dr. Elke Stadelmann-Wenz (Leitung Forschung Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen) moderiert diese Veranstaltung.
Die Konferenzsprache ist Deutsch und es gibt eine Simultanübersetzung ins Arabische.
Anmeldung über das Kontaktformular oder an veranstaltungen@stiftung-hsh.de
Die Veranstaltung findet in Kooperation mit medico international, UMAM D&R, Prisons Museum, Leibniz-Zentrum Moderner Orient und der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen statt.