Geldauflagen & Bußgelder

Als Zeugin im Gerichtssaal: Im Prozess gegen Guatemalas ehemaligen Diktator Ríos Montt wurden Kriegs- und Menschenrechtsverbrechen endlich öffentlich aufgearbeitet. (Foto: Sandra Sebastián)

Die Hilfs- und Menschenrechtsarbeit von medico international mit der Zuweisung von Geldauflagen unterstützen

Sie sind Staatsanwältin oder Richter? Dann haben Sie die Möglichkeit, die Arbeit von medico international und unseren Partnerorganisationen durch die Zuweisung von Geldauflagen zu unterstützen.

Als Träger des DZI-Spendensiegels geht medico international verantwortungsvoll mit den eingegangenen Geldauflagen um. Das bedeutet, dass wir Ihnen selbstverständlich garantieren:

  • Die eingegangen Zahlungen verwenden wir für unsere satzungsgemäße und gemeinnützige Projekt- und Öffentlichkeitsarbeit.
  • Wir setzen die von Ihnen zugewiesenen Geldauflagen nach Wunsch zweckgebunden für bestimmte Projektregionen ein.
  • Wir informieren Sie unverzüglich über den Zahlungseingang oder -verzug. Oberlandesgerichte und Generalstaatsanwaltschaften werden von uns per jährlichem Rechenschaftsbericht über Höhe und Verwendung der Geldauflagen im vorangegangen Kalenderjahr informiert.
  • Wir gehen mit allen Informationen vertraulich und diskret um.
  • Für Geldauflagen werden selbstverständlich keine Spendenquittungen ausgestellt.

Gerne senden wir Ihnen Adressaufkleber und Überweisungsträger mit den Angaben zu unserem Geldauflagenkonto zu oder informieren Sie im persönlichen Gespräch ausführlicher über unsere Arbeit.
 

Über medico international

medico international e.V. ist eine seit ihrer Gründung 1968 in Frankfurt am Main ansässige Hilfs- und Menschenrechtsorganisation mit sozialmedizinischem Schwerpunkt, die sich in mehr als hundert Projekten auf drei Kontinenten für menschenwürdige Lebensverhältnisse einsetzt. Unser Ziel ist es, Armut, Not und Gewalt nicht nur zu lindern, sondern ihre Ursachen zu überwinden. Dabei sind wir auf die Unterstützung durch Spenden und öffentliche Zuschüsse angewiesen – aber auch auf die Zuweisung von Geldauflagen.

Anstatt Projekte zu exportieren und Personal zu entsenden, setzen wir auf die Unterstützung einheimischer Partnerorganisationen in Afrika, Asien und Lateinamerika, mit denen uns oft eine jahrzehntelange vertrauensvolle Zusammenarbeit verbindet. Auch in der Katastrophenhilfe nach Stürmen, Fluten, Erdbeben oder Hungersnöten sind unsere Partnerinnen und Partner im Einsatz, beispielsweise in Nepal, auf den Philippinen, in Pakistan, Haiti oder Somalia.

Jenseits großer Katastrophen leisten von medico geförderte lokale Organisationen zudem langfristige Hilfe, für die es wenig mediale Aufmerksamkeit gibt. So unterstützen wir beispielsweise in Guatemala seit vielen Jahren die politische, juristische und psychosoziale Aufarbeitung von Verbrechen der Diktatur und setzen uns für die die Rechte von TextilarbeiterInnen in den Weltmarktfabriken Südasiens ein.

Beispiele für justiznahe Projekte

Guatemala: Aufarbeitung von Korruption und Verbrechen gegen die Menschlichkeit

Der Protest gegen die grassierende Korruption in Guatemala brachte zuletzt zehntausende Menschen auf die Straße. Ihr Protest scheint Früchte zu tragen. Der Präsident und die Vizepräsidentin stehen vor Gericht, ein wichtiger Schritt hin zu einer juristischen Untersuchung der Korruptionsnetzwerke im Land.

Auch in der Vergangenheit hat es in Guatemala mutige Staatsanwältinnen und Richter gegeben, die für die Unabhängigkeit der Justiz kämpften. Staatsanwältin Claudia Paz y Paz und Richterin Yassmin Barrios ermöglichten 2013 die Verurteilung des Diktators Efraín Ríos Montt im eigenen Land. Obwohl das Urteil später aufgehoben ihre Amtszeit gekürzte wurde, ist Paz y Paz optimistisch. Sie betont die Fortschritte, die Guatemala in Richtung einer unabhängigen Justiz gemacht hat: Die Straflosigkeit wurde gesenkt und infolge der rechtskräftigen Verurteilung von Beamten konnten viele Posten u.a. bei der Polizei neu besetzt werden. Paz y Paz betont die Veränderung: "In Guatemala arbeitet heute eine Generation von Anwältinnen und Anwälten an zentralen Stellen, die ihren Berufsethos ernst nehmen."

Seit 15 Jahren unterstützt medico international im Rahmen der Aufarbeitung der Diktatur die psychosoziale Arbeit des Equipo de Estudios Comunitarios y Acción Psicosocial (ECAP). Die Unterstützung der Klägerinnen durch ECAP ermöglichte die Anklage gegen Diktator Ríos Montt. Außerdem fördert medico das Bufete Jurídico de Derechos Humanos (BJDH) und die Comisión Internacional de Juristas (CIJ) im Kampf gegen die Straflosigkeit in Guatemala.

Pakistan: Tödliche Textilfabriken

Den Preis der Textilproduktion für den westlichen Markt bezahlen viele Arbeiterinnen und Arbeiter in Südasien mit ihrer Gesundheit und sogar mit ihrem Leben. Das wird nicht zuletzt an den 260 Toten und 32 Verletzten der Brandkatastrophe bei Ali Enterprises im September 2012 in Karatschi (Pakistan) klar. An den Folgen leiden die Überlebenden und Hinterbliebenen bis heute.

Und bis heute versuchen sich die verantwortlichen Textilunternehmen mit freiwilligen Zahlungen von ihrer Verantwortung freizukaufen. Es fehlen internationale juristische Regeln, die die Rechte der Arbeiterinnen und Arbeiter schützen und die großen Unternehmen haftbar machen. Die deutsche Politik weigert sich bislang, verbindliche Standards und Regeln zu setzen – sie schützt vor allem die Interessen der Wirtschaft. Auch deshalb sind die betreffenden Textilunternehmen bisher juristisch zu keinen Zahlungen verpflichtet.

Das European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR) und medico international haben die Betroffenen mehrfach in Pakistan getroffen und bei der Vorbereitung einer Klage gegen den deutschen Textildiscounter KiK – Hauptauftraggeber von Ali Enterprises – in Deutschland unterstützt.

Projekte in Asien, Afrika und Lateinamerika

Informationen zu weiteren medico-Partnern und -Projekten weltweit finden Sie hier.

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