Selbsthilfe stärken

Philippinen: Nach der Katastrophe unterstützt medico lokale Nothilfestrukturen

Das philippinische Nothilfenetzwerk SOS leistet nach den Verwüstungen durch Haiyan Nothilfe für über 40.000 Menschen. Für die Unterstützung der lokalen Hilfsstrukturen bitten wir dringend um Spenden.

Seit vierzig Jahren sichern Mitglieder des philippinischen Nothilfenetzwerks SOS die medizinische Grundversorgung der Ärmsten unter anderem auf den Inseln Leyte und Samar. Die Inseln, die der Taifun Haiyan am 7. November vollkommen verwüstete. Nach dem Sturm setzten die medico-Partner von Samahang Operasyong Sagip (SOS) einen umfassenden Katastropheneinsatz in Gang und versorgen seitdem die Betroffenen. Sie sind erfahrene Nothelfer, denn immer wieder erschüttern Erdbeben und Stürme die Region.

Hilsmissionen in entlegene Regionen

Auf den Inseln befindet sich ein lokales Team von Gesundheitsfachkräften, das die Koordinierung der Nothilfegüter übernimmt. Ein erster Transport mit Hilfsgütern aus der Hauptstadt Manila hat die Städte Basey, Mcarthur und Hernani auf Samar erreicht. Wie lokale MitarbeiterInnen berichten, war dort bislang gar keine staatliche Hilfe angekommen. Deshalb wurden die Städte als erste Einsatzorte gewählt. Drei SOS-Teams mit jeweils 15 ÄrztInnen, KrankenpflegerInnen und Freiwilligen verteilen die Hilfsgüter, versorgen Verwundete und behandeln vor allem Durchfall- und Atemwegserkrankungen. Von SOS erhalten an erster Stelle Alleinerziehende, Familien mit kranken und behinderten Familienmitglieder und besonders arme Familien Unterstützung. Die MitarbeiterInnen kritisieren, dass bei den staatlichen Einsätzen zu wenig auf die Bedürftigkeit der Menschen geachtet wird und Hilfsgüter scheinbar unsystematisch verteilt werden.

Für die nächsten Monate plant SOS weitere Hilfsmissionen auf die Inseln. In Manila hat SOS dafür Nothilfepakete mit Trinkwasser, Reis, Konserven, Öl, Zucker, Gemüse und getrocknetem Fisch für insgesamt 44.000 Menschen zusammengestellt. Dazu Decken, Isomatten, Seife und andere Hygieneartikel. Die ÄrztInnen bringen außerdem Antibiotika, Schmerz- und fiebersenkende Mittel und Mittel zur Trinkwasserdesinfektion. Zusätzlich zu materieller und medizinischer Nothilfe wird SOS die Gemeinden auf Samar und Leyte auch mit psychosozialer Betreuung unterstützen und plant bereits die eigene Hilfe für den Wiederaufbau mit den betroffenen Gemeinden.

Wie medico international ist SOS Mitglied im internationalen People’s Health Movement. Das Nothilfenetzwerk SOS besteht aus zwanzig Gesundheits-Organisationen, die sich für die Katastrophenvorsorge und die Hilfe im Katastrophenfall zusammengeschlossen haben. Sie kümmern sich insbesondere um die ärmsten Bevölkerungsgruppen. SOS steht in engem Kontakt mit Gemeindekomitees auf den betroffenen Inseln und verfügt über ein Netzwerk von freiwilligen HelferInnen, die bereits in früheren Katastrophenfällen die Nothilfe unterstützten. Eine Katastrophe diesen Ausmaß mussten die HelferInnen allerdings noch nie erleben.

Spendenaufruf Philippinen

Rosalinda Tablang, die Vorsitzende des Netzwerks, betont im Gespräch mit medico: „Wir sind sehr dankbar für die internationale Hilfe. Wir rufen die Hilfswerke aber dazu auf, bei ihren Einsätzen die sehr guten lokalen Nothilfestrukturen zu unterstützen und nicht durch ausländische Experten zu ersetzen!“ Wir bitten deshalb dringend um Spenden, um die Nothilfe unserer philippinischen Partner zu ermöglichen.

Stärken Sie die Hilfe zur Selbsthilfe!

medico international bittet für SOS um Spenden
unter dem Stichwort: Philippinen.
Kontonummer: 1800
Frankfurter Sparkasse
BLZ: 500 502 01

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medico ist Träger des DZI-Spendensiegels und als gemeinnütziger Verein anerkannt.


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Jose Enrique Africa ist Geschäftsführer der IBON Foundation.
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in Quezon City auf den Philippinen. Seit
1978 erforscht IBON schwerpunktmäßig sozio-ökonomische
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