Pressemitteilung, 18.06.2026

Glyphosat und Phosphor: Israels Krieg im Libanon

18.06.2026  

Die israelischen Bombardierungen im Südlibanon, begleitet von einer Bodenoffensive, hinterlassen schwerste Zerstörungen. Die israelische Armee setzt dabei auch Glyphosat und weißen Phosphor ein. Beides wird von der BAYER-Tochterfirma Monsanto produziert.

Die Bombardierungen im Südlibanon, begleitet von einer militärischen Bodenoffensive, hinterlassen schwerste Zerstörungen. Die israelische Armee setzt dabei auch Glyphosat und weißen Phosphor ein, das von der BAYER-Tochterfirma Monsanto in den USA produziert wird.

Die in Beirut ansässige medico-Partnerorganisation Public Works Studio hat diese Angriffe dokumentiert und die Ergebnisse in ihrem heute veröffentlichten Bericht „Kartographien der Zerstörung: Israels Krieg gegen den Libanon“ festgehalten. Mittels eigens erstelltem Kartenmaterial präsentiert Public Works darin die akribische Dokumentation der israelischen Angriffe auf Beirut und den Südlibanon.

Rayan Alaeddine, Forscherin bei Public Works, kommentiert: „Die israelischen Bombenangriffe, die auf mehr als 457 Städte und Ortschaften abzielten, haben im Libanon tiefe Narben hinterlassen. Unsere Arbeit ist ein Archiv dieser Narben und zeigt die verheerenden Folgen für die libanesische Gesellschaft. Durch den Einsatz von Luftangriffen, Artilleriefeuer, Phosphormunition, Sprengungen und anderen Kriegswaffen und Formen der Zerstörung – im Rahmen einer Strategie, die als „Urbizid“ verstanden werden kann – hat die israelische Besatzungsmacht versucht, die Lebensbedingungen im Südlibanon nachhaltig zu zerstören."

Jan Pehrke, Vorstand bei der Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG), recherchiert zu dem Einsatz von Glyphosat und weißen Phosphor und sagt: „Es gibt starke Belege dafür, dass im Nahostkrieg Phosphor zum Einsatz kommt, der aus BAYERs Glyphosat-Produktion am US-amerikanischen Standort Soda Springs stammt. Der Leverkusener Multi stellte schon für den Ersten Weltkrieg Chemiewaffen her. Wir fordern ihn auf, endlich mit dieser unsäglichen Tradition zu brechen.“ 

Die Verwendung chemischer Kampfmittel ist seit Längerem auch in Gaza bekannt. Riad Othman, Nahostreferent bei medico international, bemerkt: „Im Libanon findet das Anwendung, was bereits Jahre zuvor in Gaza erprobt wurde. Dort setzte die israelische Armee bereits 2014 völkerrechtswidrig Glyphosat, weißen Phosphor schon 2008/2009 mehrfach ein. Als Hauptgrund dienten ihr immer nationale Sicherheitsinteressen, die sie in sogenannten Pufferzonen umsetzte. Dabei missachtet sie systematisch Schäden für palästinensische Bauern oder Gesundheitsrisiken für die Bevölkerung.“ Gegenüber der deutschen Bundesregierung konstatiert Othman: „Unterdessen bleibt die Bundesregierung angesichts solcher und noch schwererer Rechtsbrüche seitens Israels weiterhin untätig. Genau genommen schirmt sie die israelische Regierung sogar vor Negativkonsequenzen ab, indem sie auf EU-Ebene Maßnahmen blockiert, die rechtlich längst geboten wären.“

Der Bericht „Kartographien der Zerstörung: Israels Krieg gegen den Libanon“ ist als PDF zum Download verfügbar.

medico international im Libanon

Die Versorgung von Hunderttausenden Vertriebenen im Libanon wird zunehmend schlechter. Notunterkünfte bieten längst nicht allen Platz. Zudem waren durch den US-amerikanisch-israelischen Krieg gegen den Iran über viele Wochen die internationalen Hilfestrukturen der UN in Südwestasien zusammengebrochen. Die medico-Partnerorganisation Amel Association International versorgt in 19 Gesundheitseinrichtungen sowie mit 14 mobilen Kliniken Kriegsgeschädigte, während die medico-Partnerorganisation Nashet Association im palästinensischen Flüchtlingslager Ein el-Hilweh 5000 Binnenvertriebenen psychosoziale Hilfe, Hygieneartikel, Decken und Essen anbietet.

 

Für Rückfragen & Interviewwünsche

Timo Dorsch, Pressereferent medico international
+49 160 40 66 331 | dorsch@medico.de 
medico international e.V. | www.medico.de 


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