Studie zu Folgen

Katastrophe in den Philippinen

Betroffene der Selbsthilfeorganisation "People Surge" demonstrieren für ihre Rechte. (Foto: medico)
Vier Jahre nach dem Supertaifun Haiyan hat der philippinische medico-Partner IBON eine Studie zur Untersuchung der Übergangs- und Wiederaufbaumaßnahmen veröffentlicht.

Der philippinische medico-Partner IBON hat seine Studie „Four Years After Typhoon Yolanda. Unrecovered Past, uncertain Future“ zur Untersuchung der Übergangs- und Wiederaufbaumaßnahmen nach dem Supertaifun Haiyan (lokaler Name: Yolanda) in 2013 veröffentlicht.

Das Ergebnis der Studie ist alarmierend, da sich die Lebenssituation der Bevölkerung in den betroffenen Gebieten (insbesondere den Eastern Visayas) auch nach vier Jahren weiter dramatisch verschlechtert hat. Das philippinische Regierungsprogramm "Build back better" mit internationaler Unterstützung schneidet dabei sehr schlecht ab.

Statt die arme Bevölkerung bei Wiederaufbaumaßnahmen zu unterstützen, wurden vielmehr in der Region in den letzten Jahren Geschäfte und touristische Infrastruktur angesiedelt. Die aktuelle Lebenssituation des Gros der Bevölkerung macht sich u.a. daran fest, dass, obwohl die Steigerungsrate des regionalen Bruttoinlandsprodukts in 2016 hoch war, es einen Anstieg an prekären Arbeitsverhältnissen, Landlosigkeit und akuter Armut gab. Zunehmend will die philippinische Regierung Agrarland in Land für andere Zwecke umwandeln.

Daraus resultiert, dass sich die Situation der Überlebenden des Taifuns nicht nur nicht verbessert, sondern die Art der Rehabilitationsmaßnahmen dazu beigetragen haben, dass sich die Anfälligkeit und Gefährdung der Menschen in der Region gegenüber Katastrophen verschlimmert hat. Auch die Regierung unter Duterte seit Mai 2016 hat sich nicht um eine Verbesserung in der Region gekümmert.

Die Selbstorganisation der Betroffenen "People Surge", die sich 2014 gegründet hat, kämpft nach wie vor für ihre Rechte. In ihr haben sich über 12.000 Menschen zusammengeschlossen und erheben ihre Stimme für das Recht der Kleinbauern und Fischer in der Region. Gemeinsam mit anderen regionalen und landesweiten Organisationen, darunter auch der medico-Partner SOS, kündigen sie Proteste gegen die versäumte Unterstützung der Betroffenen Mitte Februar 2018 in Manila an.


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