Fenster der Hoffnung

Psychosoziale Arbeit in Johannesburg, Südafrika

 

In der Community verankert und über den Kontinent hinaus vernetzt macht der Sophiatown Community Psychological Services psychosoziale Arbeit mit einem explizit politischen Ansatz.

Die südafrikanische Nichtregierungsorganisation Sophiatown Community Psychological Services (SCPS) bietet Beratung und Unterstützung für marginalisierte und traumatisierte Menschen in Johannesburg an. Diese kommen aus unterschiedlichen Lebenssituationen und sehr verschiedenen Hintergründen. Viele von Ihnen sind Frauen, manche wenden sich an SCPS, weil sie Vergewaltigung und Missbrauch erfahren mussten, manche der Klient_innen leben mit HIV, andere kommen aus sozioökonomisch äußerst prekären Zusammenhängen. Einige Menschen sind aus anderen afrikanischen Ländern nach Südafrika geflohen, erfahren jetzt jedoch weitere Diskriminierung und Marginalisierung in Johannesburg.

SCPS arbeitet langfristig und somit nachhaltig im Rahmen verschiedener Projekte mit traumatisierten Individuen und auch Familien. Dabei haben sie für ihre Arbeit kontextspezifische eigenen Ansätze und Arbeitskonzepte entwickelt und bearbeiten Traumata in Einzel- und Gruppensitzungen, Workshops, Community-Projekten oder auch Ferienprogrammen gemeinsam mit ihren Klientinnen. Die verschiedenen Programme und Angebote von SCPS begleiten die Klientinnen auf ihre Bedarfe ausgelegt durch schwere Zeiten und auch aus ihnen hinaus.

Mit 22 festen Mitarbeitenden und vielen freiwilligen Helfer_innen engagiert sich SCPS seit über 25 Jahren in der psychosozialen Arbeit – und verknüpft diese auch mit politischen Themen wie Fremdenfeindlichkeit oder Homophobie. Dabei verknüpfen sie ihre Arbeit in Johannesburg mit ihrem Engagement in afrikaweiten Netzwerken, die sich mit Gewalt gegen Frauen und Traumaarbeit auseinandersetzen. SCPS leisten dabei Pionierarbeit auf der Suche nach kontextspezifischen und speziell afrikanischen Konzepten der Traumaarbeit. Denn, so formuliert es SCPS: „We are in the community and responsive to people’s realities“.

Laura Kaluza


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