Fortschritte im Lageralltag

Besuch in der Wüste

30.03.2010   Lesezeit: 1 min

Es war eine Reise zu vertrauten Partnern in der Sahara, die wir seit Jahrzehnten kennen, genauer: zu den Lagern der sahaurischen Flüchtlinge im algerischen Sand, wo sich das Virtuelle und Reale mischen, und das seit Generationen schon. Die Flüchtlinge haben eine Republik, haben Minis-ter und genießen diplomatische Anerkennung in mehr als 30 Staaten, aber dies alles findet außerhalb ihres Territoriums statt, denn die Westsahara, aus der sie fliehen mussten, ist von Marokko annektiert. In den Lagern selbst können die ca. 150.000 Flüchtlinge ohne Hilfe von außen nicht überleben. Und eine Änderung ist kaum in Sicht, denn noch immer gibt Marokko, unterstützt von Frankreich, keinen Quadratzentimeter nach. Und der Rest der EU und die USA haben kein wirkliches Interesse, nicht einmal an der Möglichkeit einer eigenständigen Westsahara, sprich: einem Referendum in den von Marokko besetzten Gebieten. Dennoch gibt es Fortschritte in der realen Welt. In den letzten Jahren entstanden Internetcafes und ein Mobilfunknetz, das die Lager mit der Welt verbindet. Zwischen den verschiedenen Ansiedlungen wurden Wasserleitungen gelegt und die Hygiene verbessert, das Versorgungssystem mit Nahrungsmitteln wurde effektiver und in einer kleinen Medikamentenfabrik werden Arzneistoffe produziert sowie weiterverarbeitet. medico übergab an das Gesundheitsministerium finanzielle Mittel, mit denen notwendiges Operationsbesteck und Blutdruckmessgeräte angeschafft wurden.

Spendenstichwort: Westsahara


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