Beharrlich gegen Rückentwicklung

Kurzfilm aus einem abrissbedrohten medico-Projekt im Westjordanland

26.07.2012   Lesezeit: 1 min

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Die symmetrischen Reihen von Einfamilienhäusern wachsen. Einheitliche rote Ziegeldächer, großzügig bewässerte Vorgärten und frisch asphaltierte Straßen. Alles ist auf dem letzten Stand der Technik. Nur die hohen Zäune stören die hübsche Postkartenidylle der israelischen Siedlungen - und die in Blickweite gelegenen palästinensischen Gemeinden. Dort in den sog. C-Gebieten leben mehrere Tausend verarmte Palästinenser in Hütten, Zelten und traditionellen Höhlenwohnungen. Den Anschluss an die Strom- und Wasserversorgung oder den Bau von neuen Häusern hat ihnen die israelische Besatzungsbehörde verboten.

Diese Gemeinden sind deshalb auf Windkraft- und Solaranlagen angewiesen, die medico international in Zusammenarbeit mit der israelischen Organisation Comet-ME errichtete. Finanziert werden die Projekte aus Spendengeldern und mit finanzieller Unterstützung des Deutschen Auswärtigen Amts. Der Spiegel bezeichne sie als "eine kleine Revolution für wenig Geld, ein gutes Beispiel für gelungene Entwicklungshilfe".

Israelische Behörden jedoch wollen nun diese humanitären Projekte abreißen lassen. Der drohenden Abriss ist Ausdruck einer Politik der gezielten Rückentwicklung, um der palästinensischen Bevölkerung das Leben in den C-Gebieten unmöglich zu machen. Aber ohne den ländlichen Raum der C-Gebiete – immerhin 60 Prozent der Westbank – ist kein lebensfähiger palästinensischer Staat möglich und die Zweistaatenlösung faktisch am Ende.

Projektstichwort:

Das expansive israelische Enklavensystem droht einem künftigen Palästina allenfalls umstellte Gebiete zu überlassen. Dagegen verteidigen die lokalen medico-Partner in Tel Aviv, Ramallah und Gaza die politischen, sozialen und ökonomischen Menschenrechte. Dabei geht es immer auch darum Wege zu finden, wie dem fast perfekten System von Aus- und Einschlüssen entkommen werden kann. Das Spendenstichwort dafür lautet: Israel/Palästina.


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