Für die globale Surf-Community ist Muizenberg, direkt am Meer bei Kapstadt gelegen, ein Paradies: endloser Sandstrand, verlässlich rollende Brandung, Cafés, Galerien und B&B-Unterkünfte. Für andere, die hierhergekommen sind, ist das Leben indes eine ständige Zumutung. In Townships wie Vygrond und Capricornden sind zahlreiche Migrant:innen und Geflüchtete gestrandet, die auf vielfältige Weise diskriminiert und ausgebeutet werden. Ihre Arbeitsverhältnisse sind oft prekär, viele sind – nicht zuletzt infolge des starken Wachstums der Tourismusindustrie – immer wieder von Zwangsräumungen aus Wohnungen oder Vertreibungen von Grundstücken betroffen. Hinzu kommt die wachsende Xenophobie, die sie als tägliche Ausgrenzung und Gewalt erfahren.
In diesem Umfeld ist die Africa Revival Foundation (ARF) entstanden. Auslöser für die Gründung der Community-basierten Selbsthilfeorganisation war einst ein erfolgreicher Arbeitskampf von Locals und Migrant:innen gegen unrechtmäßige Entlassungen. Heute organisiert die ARF neben einer kleinen Suppenküche und Angeboten für Kinder und Jugendliche vor allem niedrigschwellige Rechtshilfe von solidarischen Anwält:innen. Es geht um arbeitsrechtliche Konflikte, Entschädigungen für Fälle von Ausbeutung und Diskriminierung – und immer wieder um den Schutz vor Vertreibung. Hierbei prallen die gegensätzlichen Welten der Township-Bewohner:innen und der Profiteure des Surftourismus dann ganz unmittelbar aufeinander.
Dieser Beitrag erschien zuerst im medico rundschreiben 04/2025. Das Rundschreiben schicken wir Ihnen gerne kostenlos zu. Jetzt abonnieren!


