Verbesserung der Gesundheitsversorgung im Gazastreifen

Hilfspakete und mehr Personal

Zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung der ärmeren Bevölkerung im Gazastreifen unterstützt medico international seinen langjährigen Partner Palestinian Medical Relief Society (PMRS) mit einem sechsmonatigen Projekt, das vom Auswärtigen Amt gefördert wird.

Durch dieses Projekt erhalten etwa 245.000 Einwohner des Gazastreifens Zugang zu Basisgesundheitsdiensten und zu Medikamenten. Es werden die Kosten für die beiden mobilen Kliniken der PMRS und der benötigten Medikamente übernommen. Mit Hilfe der mobilen Kliniken können etwa 18.000 hilfsbedürftige Patienten in unterversorgten und durch Militäroperationen beschädigten Ortschaften, die kaum Zugang zu Gesundheitsstrukturen haben, erreicht werden. Jedes Team besteht aus zwei Ärzten und zwei Gesundheitsarbeitern, einem Labortechniker und einem Fahrer.

In Jabalia, Schauplatz schwerer Bombardierungen im Norden des Gazastreifens unterhält PMRS eine Klinik. Diese Klinik ist seit den Angriffen überlastet. Um den Zugang der 120.000 Bewohner Jabalias zu Basisgesundheitsdiensten zu verbessern, wurde weiteres Personal eingestellt. Damit die Klinik auch am Nachmittag offen bleiben kann, wird das medizinische Team nun durch einen zusätzlichen Arzt, eine Gesundheitsarbeiterin, sowie einen Labormitarbeiter verstärkt. Sechs spezialisierte Ärzte, die einmal wöchentlich Sprechstunde haben, runden das Angebot ab.

Als direkte Folge der Kämpfe sind Tausende von Gebäuden zerstört oder beschädigt worden. Zehntausende haben ihre Wohnungen sowie Hab und Gut verloren. Noch immer leben viele Menschen in beschädigten Häusern, teilweise ohne Haushaltsgegenstände, Wasser oder Strom. Über 350 Familien, etwa 2.500 Menschen, die besonders bedürftig sind, erhalten im Rahmen des Projekts auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Hilfspakete. Diese umfassen z.B. Wassertanks, Matratzen, Decken oder einfache Kochgeräte.

medico international unterstützt die Arbeit seiner Partnerorganisationen für den Gazastreifen bisher mit ca. 387.000€. Neben den vielen Spenden sind darin auch Zuschüsse des Auswärtigen Amts, medico Schweiz, Caritas Schweiz, Kinderhilfe Bethlehem und Kampagne Olivenöl enthalten.


Veröffentlicht am 09. März 2009

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