08.10.2026 | Frankfurt
Ohne uns: Schreiben gegen die Logik des Krieges

Fabian Saul im Gespräch mit Maha El Hissy, Mithu Sanyal und Nadia Zaboura.
Peter Weiss’ “Ästhetik des Widerstands” stellt die Frage, was Kunst vermag, wenn Faschismus nicht mehr droht, sondern Wirklichkeit ist. Widerstand wird nicht geleistet in der Gewissheit eines besseren Ausgangs der Geschichte, sondern als Arbeit daran, dass eine andere Zukunft trotz allem denkbar bleibt. Was lässt sich aus diesem Denken lernen in einer Zeit, in der Aufrüstung als Sachzwang erscheint, Kriegstüchtigkeit als Verantwortung und militärische Sicherheit als Voraussetzung jeder Zukunft gelten.
Wir fragen, was diese Logik mit einer Gesellschaft macht: Wie verändert sie ihre Sprache, ihre Institutionen und ihre Öffentlichkeit? Welchen Zusammenhang gibt es mit der autoritären Verschiebung unserer Gesellschaften? Und schließlich: Was bedeutet es unter diesen Bedingungen zu schreiben, zu publizieren und Öffentlichkeit herzustellen? Welche Verantwortung tragen Schreibende, Verlage und Medien dafür, welche Wirklichkeit als unvermeidlich erscheint – und welche anderen Möglichkeiten bleiben denkbar?
Darüber spricht Fabian Saul, Schriftsteller und Autor des Hörspiels “Die Ästhetik des Widerstands – Variationen zu Peter Weiss”, mit der Literaturwissenschaftlerin, Kritikerin und Kuratorin Maha El Hissy, der Schriftstellerin und Kulturwissenschaftlerin Mithu Sanyal, deren neuer Essay “Nein. Gegen die Militarisierung der Gegenwart” erschienen ist, und der Kommunikationswissenschaftlerin und Medienkritikerin Nadia Zaboura.