11.09.2026 | Berlin
Koloniales Echo - Traumatische Landschaften

Film Screening & Gespräch mit Sima Luipert und Wala' Maaitah im Rahmen von Fractured Lifeworlds
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts ließ Deutschland auf Shark Island im heutigen Namibia sein erstes Vernichtungslager errichten. Im ersten deutschen Völkermord wurden dort Tausende Ovaherero und Nama ermordet. Nach der Schließung des Lagers wurden seine Spuren zwar getilgt, doch bis heute ist sein Nachhall spürbar – nicht nur für die Nachkommen der Überlebenden, sondern auch für die namibische Gesellschaft insgesamt. Film und Gespräch spannen an diesem Abend einen Bogen von den nicht bestatteten Gebeinen auf Shark Island zu den zerrissenen Lebenswelten der Gegenwart. Welche Linien verbinden transnationale Topografien der Gewalt, und was bedeutet der Kampf um Gerechtigkeit, wenn die Verdrängung nicht aufhört?
German Colonial Genocide in Namibia: Shark Island
2024, 36 min, Englisch
Von Forensis und Forensic Architecture in Zusammenarbeit mit der NTLA und der Ovaherero Genocide Foundation
Der Film rekonstruiert die koloniale Landschaft des heutigen Namibias und die Verbrechen, die dort verübt wurden. Anschließend sprechen Sima Luipert (NTLA) und die Sozialpsychologin Wala' Maaitah darüber, wie sich transgenerationales Trauma nicht als abstrakter Begriff, sondern als etwas, das Menschen ein Leben lang mit sich tragen, begreifen lässt. Welche Macht hat es über die, die es erben, und wie lässt sich daraus Handlungsfähigkeit gewinnen? Und wie hängen die Landschaften des Völkermords – von Shark Island über Berlin bis Gaza – zusammen?
Der Abend verbindet filmische Rekonstruktion, persönliches Zeugnis und wissenschaftliche Reflexion. Er lädt dazu ein, zu spüren, wie die Geschichten von Land, Körpern und Widerstand ineinandergreifen.
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich und die Teilnahme ist kostenlos.
Film- und Veranstaltungssprache ist Englisch.
Die Veranstaltung begleitet die Ausstellung Fractured Lifeworlds: Ovaherero und Nama im Kampf für Gerechtigkeit, die das Ergebnis von fünf Jahren Recherche von Forensis und Forensic Architecture gemeinsam mit dem ECCHR, der NTLA und weiteren Partnerorganisationen in Deutschland und Namibia ist. Das öffentliche Begleitprogramm wird unter anderem von medico international und der Rosa-Luxemburg-Stiftung gefördert.