26.08.2026 | Berlin

Emergency Response Rooms

Panel & Workshops zu kritischer Hilfe mit Keynote von medico-Referentin Radwa Khaled Ibrahim

Das sudanesische Modell der Emergency Response Rooms ist ein Netzwerk basisorganisierter Community-Strukturen, welches während des aktuellen Krieges im Sudan zentrale Aufgaben der zivilen Versorgung übernommen hat, darunter Lebensmittelverteilung, medizinische Hilfe und Evakuierungen.

Ausgehend von diesem Beispiel, werden unterschiedliche Perspektiven auf humanitäre Hilfe beleuchtet und diskutiert. Die Veranstaltung verbindet eine politische und analytische Einordnung der humanitären Lage im Sudan mit einer breiteren Debatte über die Struktur internationaler Hilfsarchitekturen. Dabei wird insbesondere ein multiperspektivischer Blick auf klassische Logiken humanitärer Hilfe geworfen und ein spezifisches Augenmerk auf Potenziale und Herausforderungen solidaritätsorientierter Ansätze gelegt.

Emergency Response Rooms (ERR) dienen hier als Ausgangspunkt für eine vertiefte Auseinandersetzung mit communitybasierten und solidaritätsorientierten Formen von Unterstützungsstrukturen. Im Rahmen der Veranstaltung sollen – insbesondere mit Blick auf aktuelle geopolitische Entwicklungen – Diskurse zu humanitärer Hilfe und die mediale Präsenz internationaler Hilfsorganisationen hierzu ins Verhältnis gesetzt sowie Spannungsverhältnisse und kritische Perspektiven hierauf untersucht und besprochen werden.

Neben der Präsentation der ERR als ein Beispiel für communitybasierte Unterstützungsstrukturen werden, hieran anknüpfend, folgende Fragen von Sara Abbas, Samah Khalaf Allah, Ruham Hawash, Dr. Nerges Azizi und Luna Ali im Laufe des Abends thematisiert und gemeinsam bearbeitet:

  • Welche Perspektiven eröffnen communitybasierte Unterstützungsstrukturen wie die der ERR mit Blick auf transnationale Praktiken der Solidarität?
  • Wie stehen solche Netzwerke im Verhältnis zu institutionalisierter humanitärer Hilfe?
  • Inwiefern können dominante mediale und politische Rahmungen humanitärer Hilfe zur Entpolitisierung von Konflikten, Kriegen und staatlicher Gewalt beitragen, indem strukturelle und geopolitische Verantwortlichkeiten zugunsten individualisierter Narrative von Bedürftigkeit und Handlungsohnmacht in den Hintergrund treten?
  • Wie verhalten sich hierbei Macht, Solidarität und Empathie zueinander?

Die Veranstaltung findet auf Englisch statt. Eine Simultanübersetzung ins Deutsche wird angeboten.

Die Teilnahme ist kostenlos.
Um Anmeldung wird gebeten.

Veranstaltet von: Bundeszentrale für politische Bildung