16.03.2026 | München
Wider die Entmenschlichung an der polnisch-belarussischen Grenze

Reihe Grenzen der Gewalt. Gesprächsrundreise von Aktivist:innen des Szpila-Kollektivs aus Polen inklusive Filmvorführung „Forest“
Die Gesprächsrundreise findet In München, Tübingen, Mannheim, Frankfurt, Hannover und Berlin statt.
Europa schottet sich vor Geflüchteten ab. Und mit ihm Polen. Fast 200 Kilometer lang und mehr als fünf Meter hoch ist die Mauer, die die polnische Regierung in den letzten Jahren an der Grenze zu Belarus errichtet hat, gespickt mit Stacheldraht, überwacht von tausenden Soldaten und Grenzbeamten. Sie soll Geflüchtete davon abhalten nach Europa zu kommen. Diejenigen, die es dennoch schaffen, werden zurückgewiesen, durch den Wald gejagt, geschlagen. Einen Asylantrag können nicht mehr stellen, seitdem die sogenannte Bürgerkoalition unter Ministerpräsident Donald Tusk im März 2025 das Recht auf Asyl suspendiert hat. Ein offener Verstoß gegen Europarecht, der von der EU jedoch nicht kritisiert wird. Trotz alledem gibt es im Grenzgebiet nach wie vor Menschen, die Solidarität zeigen und Geflüchteten bei ihrer gefährlichen Reise beistehen. Durch Anklagen und Repression versucht der polnische Staat diese Unterstützung zu brechen. Um über die Situation vor Ort zu sprechen laden wir als medico international unsere Kooperations-Partnerinnen nach Deutschland ein: zwei Aktivistinnen des Szpila-Kollektivs. Sie unterstützen Menschen, die von staatlicher Repression betroffen sind, weil sie Geflüchteten im polnisch-belarussischen Grenzgebiet geholfen haben.
Zu Beginn wird der Dokumentarfilm „Forest“ gezeigt. Dieser begleitet Asia, Marek und ihre drei Kinder, die in ihrem eigenen Paradies leben: Ihr Haus liegt mitten in den letzten Urwäldern Europas, fast an den Außengrenzen der EU. Bei den täglichen Streifzügen durch den Wald finden sie eines Tages nicht nur atemberaubende Aufnahmen von Bisons, Elchen und Dachsen auf ihren Wildkameras. Stattdessen bewegen sich hungrige, unterkühlte und oft kranke Menschen durch das Dickicht – auf der Flucht in die EU. Die polnische Familie entscheidet zu helfen und zerbricht fast an den Schicksalen, die sich direkt vor ihrer Haustür abspielen.
Forest, Polen 2024, Regisseur: Lidia Duda; Originalsprache: Polnisch, mit deutschen Untertiteln; Länge: 85 min.
Veranstaltet von: medico international, Bayerischer Flüchtlingsrat, Bellevue di Monaco, Seebrücke München im Rahmen der Reihe Grenzen der Gewalt.