26.02.2026 | Frankfurt

3 Jahre nach dem Erdbeben

Dokumentarfilm und Gespräch mit medico-Partner Göç Iz Der

Drei Jahre sind seit dem Jahrhundertbeben im Südosten der Türkei und Nordwesten Syriens vergangen. In der Nacht zum 6. Februar 2023 verloren Hunderttausende Menschen in den kurdisch-alevitischen Provinzen innerhalb weniger Stunden ihr Zuhause, ihre Lebensgrundlagen, oft auch ihre Angehörigen. Das Erdbeben war eine Naturkatastrophe – und zugleich eine politische. Die Not der Betroffenen wurde von der Regierung in Ankara instrumentalisiert, staatliche Hilfe blieb vielfach aus oder kam zu spät. Sowohl in Syrien als auch in der Türkei halfen langjährige medico-Partner:innen unmittelbar: In der Nothilfe für Überlebende, bei der psychosozialen Betreuung und bis heute beim Wiederaufbau. Auch dank zahlreicher medico-Spenden.

Bis heute leben Tausende in Notunterkünften, viele weitere wurden zur Abwanderung aus ihrer Heimat gezwungen. Auch drei Jahre später sind die Folgen des verheerenden Erdbebens und des staatlichen Versagens unübersehbar. Die Katastrophe ist nicht überwunden.

In der Türkei ist es auch die Zivilgesellschaft, solidarische Initiativen und lokale Organisationen, die unter schwierigen ökonomischen und politischen Bedingungen den Wiederaufbau vorantreiben. Dazu gehört unsere Partnerorganisation Mesopotamia Migration Monitoring and Research Association (Mezopotamya Göç İzleme ve Araştırma Derneği – Göç Iz Der). Sie setzt sich dafür ein, dass die Betroffenen in ihrer Region bleiben können und Perspektiven jenseits von Vertreibung und Migration entwickeln.

In Malatya, wo noch immer Hunderttausende unter den Folgen des Erdbebens leiden, unterstützt medico gemeinsam mit Göç Iz Der den kollektiven Wiederaufbau von Wohnraum sowie den Aufbau einer landwirtschaftlichen Kooperative. Ziel ist es, langfristige Bleibeperspektiven zu schaffen und Selbstorganisation von unten zu stärken.

Im Rahmen der Veranstaltung zeigen wir den von unserem Partner produzierten Dokumentarfilm „Çığlık“, der den Wiederaufbauprozess in Malatya und das gemeinsame Projekt mit medico begleitet. Im Anschluss sprechen wir mit Ezgi Çelik von Göç Iz Der über die anhaltenden Folgen des Erdbebens, die Lage der Zivilbevölkerung und die Auswirkungen der aktuellen politischen Entwicklungen.

Im Gespräch:

Anita Starosta leitet die Öffentlichkeitsarbeit von medico international und hat die Region nach dem Erdbeben mehrmals bereist.

Ezgi Çelik ist ausgebildete Erzieherin und arbeitet beim gemeinnützigen Verein Mesopotamia Migration Monitoring and Research Association (Mezopotamya Göç İzleme ve Araştırma Derneği, kurz Göç Iz Der). Zudem ist sie Teil des Redaktionsteams des Magazins des Ökologievereins in Diyarbakır sowie Mitherausgeberin des Magazins Jineologie.

Der Dokumentarfilm „Çığlık“ ist auf Türkisch mit deutschen Untertiteln.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich und die Teilnahme ist kostenlos.

Vor und nach der Veranstaltung ist die Theke des „Pastel“ für Snacks und Getränke geöffnet.