Afrin-Flüchtlinge in Nordsyrien

medico fordert humanitäre Hilfe

Zehntausende Flüchtlinge campieren noch immer unter freiem Himmel. Zurückgekehrte Mitarbeiterin steht für Interviews zur Verfügung

Die Frankfurter Hilfs- und Menschenrechtsorganisation medico international fordert von der Bundesregierung die Bereitstellung von Mitteln für humanitäre Nothilfe in Nordsyrien.

Außerdem müsse die Bundesregierung Druck auf die Türkei ausüben, damit sich diese baldmöglichst aus Afrin zurückziehe und die Menschen wieder zurück in ihre Häuser und Wohnungen können. Die völkerrechtswidrige Besatzung dürfe nicht noch mit Waffenlieferungen unterstützt werden.

„Mit der Besetzung Afrins und der Vertreibung der überwiegend kurdischen Einwohner durch türkische Truppen und islamistische Milizen erreicht das Elend in Syrien einen neuen, traurigen Höhepunkt. Zehntausende Flüchtlinge campieren noch immer unter freiem Himmel. Es fehlt an allem“, berichtet Anita Starosta von medico international, die gerade von einer Reise aus Nordsyrien zurückgekehrt ist.

Die Hilfsbereitschaft der örtlichen Bevölkerung sei sehr hoch und die lokalen Hilfsorganisationen konnten bereits mit mehreren Hilfskonvois die Geflüchteten aus Afrin erreichen. Die lokalen medico-Partner haben ein erstes Flüchtlingscamp für etwa 20.000 Menschen, Gesundheitsstationen zur Erstversorgung sowie eine mobile Mutter-Kind Klinik eingerichtet. medico international unterstützt zwei mobilen Kliniken, die zur Versorgung der Flüchtlinge eingesetzt werden sollen, sowie die Medikamentenbeschaffung für die Flüchtlinge aus Afrin.

„Durch die Lieferung von deutschen Panzern, mit denen die Bevölkerung von Afrin vertrieben wurde, trägt die Bundesregierung eine Mitverantwortung für die Situation der Flüchtlinge“, sagt Anita Starosta.

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