Balkanroute

Die Geschichte des formalisierten Korridors

(Foto: Krisztina Erdei)
Wie das Europäische Grenzregime 2015 auf dem Balkan erodierte und nur wenige Wochen später die Grenzen wieder dicht machte.

Niemand hätte gedacht, dass das möglich wäre: Während des langen Sommers der Migration 2015 überwanden hunderttausende Flüchtlinge gemeinsam die Grenzen der „Festung Europa“. Und nicht nur das. Die Einrichtung eines formalisierten Korridors entlang der so genannten „Balkanroute“ ermöglichte ihnen für einige Wochen eine vergleichsweise gefahrlose Reise über verschiedene Ländergrenzen hinweg von der Türkei, Griechenland, dem Balkan bis nach West- und Nordeuropa, vor allem nach Deutschland. Dort wurden sie zunächst in einer unerwarteten Welle der Solidarität willkommen geheißen.

Inzwischen weht der Wind wieder erheblich rauer. Die EU-Grenzen sind dichter als zuvor, die Repressionen gegen Flüchtlinge haben an Schärfe gewonnen und das Asylrecht wurde bis zur Unkenntlichkeit ausgehöhlt. Bleibt die Frage: Wie konnte es zu den historischen Ereignissen des Sommers 2015 kommen? Und warum ist die Stimmung irgendwann wieder umgeschlagen? Diesen und weiteren Fragen geht Marc Speer in dem vorliegenden Bericht nach. Entlang von sechs Phasen beschreibt er, wie es Flüchtlingen und MigrantInnen für kurze Zeit gelang, das europäische Grenzregime in seinen Grundfesten zu erschüttern.

Der von bordermonitoring.eu herausgegebene Bericht entstand mit Unterstützung von medico.


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