Türkei

Früchte des Friedens

15.09.2026   Lesezeit: 1 min  
#türkei 

Starthilfe für ehemalige Gefangene

Ausgerechnet in Zeiten der Logik des Krieges einen jahrzehntealten bewaffneten Konflikt einer Verhandlungslösung zuführen zu wollen, verdient Aufmerksamkeit. Der von der kurdischen PKK begonnene Friedensprozess, der mit Auflösung und Entwaffnung einherging, tut genau das. Er ist zäh, macht aber echte Fortschritte. So wurde zuletzt im türkischen Parlament ein Gesetz zur Freilassung politischer Gefangener auf den Weg gebracht. Jenseits der offiziellen Verhandlungen mit dem türkischen Staat kommt es aber auch auf zivilgesellschaftliche Kräfte an. Besonders im kurdischen Südosten der Türkei. Die neue medico-Partnerorganisation MED TUHAD-FED aus Diyarbakir (kurdisch Amed) dokumentiert Rechtsverletzungen in Gefängnissen und unterstützt politische Gefangene und ihre Angehörigen bei den anstehenden Freilassungen. Darunter sind aktuell vermehrt Langzeitinhaftierte, die in den 1990er-Jahren im Bürgerkrieg verurteilt wurden und nun nach Jahrzehnten freikommen. Sie benötigen Begleitung beim Start in die Freiheit. In der Türkei gibt es über 30.000 politische Gefangene, die unter extremen Bedingungen und oft unrechtmäßig inhaftiert sind, darunter Politiker:innen und Intellektuelle – etwa 20.000 von ihnen sind Kurd:innen. 

Dieser Beitrag erschien zuerst im medico rundschreiben 03/2026. Das Rundschreiben schicken wir Ihnen gerne kostenlos zu. Jetzt abonnieren!


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