Pressemitteilung, 19.11.2015

Flüchtlingshelfer kritisieren Racial Profiling an Balkangrenzen

Die Frankfurter Hilfs- und Menschenrechtsorganisation medico international kritisiert die Missachtung von Flüchtlingsrechten an den Grenzen von Mazedonien, Serbien, Kroatien und Slowenien. medico-Partner auf dem Balkan berichten, dass seit gestern alle Flüchtlinge abgewiesen würden, die sich nicht als Syrer, Afghanen oder Iraker ausweisen könnten.

Wenn die Flüchtlinge keine Papiere vorweisen könnten, würde nach Gesichtskontrolle ausgewählt, wer weiter darf und wer nicht. „Was hier stattfindet, ist racial profiling statt rechtsstaatlicher Prüfung des Einzelfalls“, sagt Hagen Kopp vom medico-Partner „Projekt Moving Europe“.

medico unterstützt den vom „Projekt Moving Europe“ eingesetzten Bus, der Flüchtlinge entlang der Balkanroute mit Strom für Smartphones und Informationen für eine sichere Reise versorgt, und außerdem Menschenrechtsbeobachtung an den Grenzen gewährleistet.

„Wenn die Länder auf dem Balkan nun ihre Grenzen schließen, wird sich die Situation für die Flüchtlinge weiter verschlechtern, da viele dann rechtlos und ohne Versorgung im Niemandsland stranden oder in Griechenland festsitzen werden“, befürchtet Ramona Lenz von medico international.

Für Nachfragen und Interviewwünsche und Kontakt zu medico-Partnern vor Ort:

Weitere aktuelle Informationen des Flüchtlingshilfebus zzt. auf dem Weg nach Idomeni an der mazedonisch-griechischen Grenze: http://live.w2eu.info/

Veröffentlicht am 19. November 2015

Jetzt spenden!

 

Wir verwenden Cookies zur Bereitstellung und Verbesserung unserer Website. Weitere Informationen.