Die 777 Billionen Dollar Endabrechnung

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Afrikanische Staaten wollen mit Hilfe der Vereinten Nationen (UN) und der Organisation für Afrikanische Einheit (OAU) 777 Billionen Dollar (1 443 000 000 000 Mark) Entschädigungszahlungen von den Industriestaaten für die Versklavung von Afrikanern in früheren Jahrhunderten einfordern. In einer in Accra verabschiedeten Deklaration heißt es, das »Geld müsse innerhalb von 5 Jahren gezahlt« werden. Nach dem Muster der erfolgreichen Sammelklagen von Opfern des Faschismus sollen international tätige Anwälte nun mit Sammelklagen gegen die Vereinigten Staaten, Lateinamerika, karibische Staaten und die Europäische Union beauftragt werden. Die Forderungen entsprechen dem Hundertzweiundsiebzigfachen des deutschen Bruttoinlandsproduktes. Urheber der Deklaration ist die »African World Reparations and Repatriation Truth Commission«, die bei ihrem ersten internationalen Treffen in dieser Woche die Sammelklage ankündigte. Sie will mit Hilfe der UN erreichen, daß die geforderten Beträge auch verzinst werden müssen. Die Vorsitzenden der Kommission, Hamet Maulana und Debra Kofie, forderten in einem ersten Schritt die sofortige Streichung aller afrikanischen Schulden. Frau Kofie sagte der britischen BBC: »Wir sind weltweit die einzige Gruppe, die bislang noch keine Gelder erhalten hat. Die Juden haben Reparationszahlungen erhalten. Die Ureinwohner der Vereinigten Staaten haben Entschädigungszahlungen erhalten. Die zur Prostitution im Korea-Krieg gezwungenen Frauen haben Forderungen eingereicht.« Eine noch zu gründende afrikanische Stiftung soll das Geld später auf die einzelnen Staaten verteilen. Die Auffassung, daß auch afrikanische Völker am Sklavenhandel beteiligt gewesen seien und daraus einen Vorteil gezogen hätten, wies sie in der BBC zurück: »So etwas hat es nicht gegeben.« Es sei eine »historische Tatsache«, daß der afrikanische Sklavenhandel erst von den Kolonialmächten ausgegangen sei. Dafür müsse der Kontinent nun entschädigt werden. In der Deklaration heißt es: allen außerhalb Afrikas lebenden Nachkommen von Sklaven müsse es umgehend ermöglicht werden, »in ihre Heimat zurückzukehren«. Unterdessen forderten auch die Nachkommen der kenianischen »Mau-Mau-Kämpfer« Reparationszahlungen. Sie kündigten ebenfalls eine Sammelklage an und erhoffen sich von London die Zahlung von 15 Milliarden Dollar für Folterungen, Vertreibungen und die Zerstörung ihres Eigentums. Zwischen 1450 und 1850 wurden mindestens 12 Millionen Afrikaner in die Karibik und nach Amerika gebracht. Weitere 20 Millionen wurden als Sklaven in den Nahen Osten und nach Nordafrika verkauft. Entgegen einer verbreiteten Auffassung erlebt der Sklavenhandel vor allem im Westen Afrikas seit dem Ende der Kolonialzeit einen neuen Aufschwung. In Benin, Burkina Faso, Kamerun, Nigeria, Togo, der Elfenbeinküste, aber auch Sudan und Uganda werden heute vor allem afrikanische Kinder von Schwarzen auf Märkten als »Sklaven« verkauft. So entdeckten die Hafenbebörden von Cotonou (Benin), einem früheren Sklavenmarkt, 400 für den Weiterverkauf bestimmte Kinder auf einem Boot. Die kaum älter als 8 Jahre alten Kinder waren ihren Eltern für dreißig Dollar abgekauft worden. Auch auf dem Markt »Marche du Plateau« in Abidjan (Elfenbeinküste) kann man heute wieder »Hilfskräfte für den Haushalt« kaufen. Im Wirtschaftszentrum Lagos wurde ein Kindersklavenmarkt von der Polizei geschlossen. In einem 5 Stockwerke hohen Gebäude warteten die schwarzen Menschenhändler auf Käufer für die zwischen 7 und 17 Jahre alten Kinder. Im Süden Sudans haben britische Menschenrechtsgruppen schon mehr als 1000 Kindersklaven mit Spendengeldern freigekauft. Manche Beobachter behaupten jedoch, daß sie dort erst mit ihrem Geld eine Nachfrage nach »Sklaven« in Südsudan geschaffen haben.


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