Chile nach dem Erdbeben

Medico-Partner bittet um Unterstützung für Wiederaufbau an der Küste

Eine Woche nach dem schweren Erdbeben in Chile und wenige Tage vor der Amtseinführung des neue konservativen Präsidenten Sebastián Pinera, am 11. März, ist die Frage offen, wie immensen materiellen Schäden bewältigt werden. Der langjährige medico-Projektpartner CODEPU, der schon unter der Pinochet-Diktatur Rechtshilfe für die Opfer mit psychotherapeutischer Betreuung der Diktatur-Opfer verband, will sich mit seinen Möglichkeiten in diese Auseinandersetzung einbringen. In dem Küstenort Tirúa, das viele Tote und komplette Zerstörung von Häusern zu beklagen hat, hatte CODEPU gerade begonnen, ein Oral-History-Projekt zu realisieren. Hier siedeln viele Mapuche-Indianer, die während der Pinochet-Diktatur verfolgt wurden und auch im anhaltenden neoliberalen Wirtschaftsmodell wenig soziale Mitsprache haben. Die Geschichte der Mapuche sollte in dem Projekt erzählt werden. Seit vielen Jahren engagiert CODEPU, auch mit Spendenmitteln von medico, im Bereich der indigenen Rechte der Mapuche. Nun aber herrscht akuter Nothilfe - Bedarf. Häuser der armen Bevölkerung müssen wieder aufgebaut werden. Vom Staat ist da nicht viel zu erwarten. CODEPU hat sich bereit erklärt, die Bevölkerung von Tirúa bei der Durchsetzung ihres Rechts auf Wohnen zu unterstützen. medico international hat bereits 5.000 Euro für Soforthilfemaßnahmen zur Verfügfung gestellt.

Dafür bittet medico dringend um Spenden unter dem Stichwort: Chile.


Veröffentlicht am 08. März 2010

Übermittlung Ihrer Stimme...

Noch nicht bewertet. Seien Sie der Erste, der diesen Artikel bewertet! Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.

Mehr zum Thema

Die Redner des Vormittags: Michael Ramminger, Marcelo Henriquez Kries, Katja Maurer (Moderation) und Miguel Castello. (Foto: Boris Schöppner)

Chile im Wandel?
Am 11. September 2013 jährte sich zum vierzigsten Mal der Militärputsch in Chile. Inzwischen haben sich, nach Jahren des politischen Stillstands, neue soziale Bewegungen entwickelt. Was können sie... Weiterlesen

Carlos Pérez Soto bei einer von Studierenden organisierten Vorlesungsreihe.

Im Land des depressiven Zusammenbruchs
In seiner Analyse der 40 Jahre Neoliberalismus in Chile legt Pérez Soto die katastrophalen Folgen unter anderem für Bildung und Gesundheit dar. Weiterlesen

Der Kampf gegen Straflosigkeit
CODEPU leistet Unterstützung für die Überlebenden der Menschenrechtsverletzungen während der Diktatur in Chile, insbesondere für diejenigen, die aufgrund der mangelhaften Aufarbeitung noch keine... Weiterlesen

Online spenden!