Selbstverständnis


Für das Recht auf Gesundheit

medico international streitet für das Menschenrecht auf den bestmöglichen Zugang zu Gesundheit. Dabei unterstützen wir Partnerinnen und Partner vorrangig in Afrika, Asien und Lateinamerika in ihrem Bemühen um wirtschaftliche, soziale und kulturelle Lebensbedingungen, die jedem Menschen das ihm erreichbare Höchstmaß an Gesundheit ermöglichen. Insbesondere steht medico Menschen in Not und Armut, darunter Flüchtlingen und Kriegsopfern zur Seite.

Grundsätze

Den politischen und konzeptionellen Rahmen unserer Aktivitäten bilden die "Allgemeine Deklaration der Menschenrechte" (1948) und die "Internationale Konvention über die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte der Menschen" (1966), die Gesundheit als Menschenrecht formulieren. Dazu gehören auch die Deklaration der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für eine Basisgesundheitsversorgung und -förderung (1978) sowie die von der People’s Health Assembly verabschiedete "Gesundheitscharta der Menschen" (2001), die an dem Ziel "Gesundheit für alle" festhalten.

medico international versteht Gesundheit im Einklang mit der WHO als das vollständige physische, psychische und soziale Wohlbefinden jedes Einzelnen. Solche Gesundheit ist einerseits mehr als die Abwesenheit von Krankheit und steht andererseits nicht unmittelbar im Gegensatz zu Krankheit, Gebrechen und Trauer, die Teil menschlichen Lebens sind.

"Gesundheit für alle" kann letztlich nur in (welt)-gesellschaftlichen Verhältnissen entstehen, die jedem Menschen soziale Gerechtigkeit und die Freiheit für die Entfaltung und Befriedigung existenzieller und sozialer Bedürfnisse garantieren. Die Befreiung aus Krankheit, Elend und Gewalt erfordert deshalb zuallererst die Rekonstruktion des Sozialen und die Stärkung der Subjektivität.

Soll der bestmögliche Zugang zu einem Leben in Gesundheit unbedingtes Recht aller sein, muss er von der Gesellschaft und ihren Institutionen garantiert werden. Was zur Erlangung von Gesundheit notwendig ist, kann aber nicht bloß von Experten, sondern nur unter voller Partizipation aller entschieden werden. Ausdrücklich sieht medico international den Zugang zu Gesundheit als politische Angelegenheit, die von ausreichender Ernährung, menschenwürdigen Wohnverhältnissen, einem angemessenen Einkommen, dem Recht auf Teilhabe an einem freien, gerechten und sicheren Gemeinwesen sowie der Achtung der individuellen und sozialen Menschenrechte abhängig ist. Das Eintreten für Gesundheit erfordert deshalb immer auch den Kampf gegen eine globale Wirtschaftsordnung, die das Soziale dem Diktat der Ökonomie unterordnet.

Ausgangslage

Auf beunruhigende Weise hat sich der historische Fortschritt auch als fortschreitende Katastrophe entpuppt. Zwar ist die Welt im Zuge der Globalisierung näher zusammengerückt, aber nie zuvor war ihre Spaltung so groß wie heute. Hier der weiße, reiche Norden mit seiner wirtschaftlichen, technologischen und kulturellen Vorherrschaft, dort die Ausgegrenzten des Südens, die Bewohner der ökonomisch unrentablen Regionen der Welt, für die der global entfesselte Kapitalismus gar keine oder nur noch am Rande Verwendung findet. Die Gleichzeitigkeit von Integration und Ausgrenzung charakterisiert den gegenwärtigen Globalisierungsprozess.

Dabei lassen sich die Grenzen zwischen dem Norden und dem Süden immer weniger geographisch ausmachen. Zonen des Elends finden sich längst auch an den Ränder europäischer und amerikanischer Großstädte, während isolierte Gebiete von Prosperität, Reichtum und Macht auch im Afrika, Asien und Lateinamerika entstanden sind. Der "globale Norden" hat die Gestalt von Inseln angenommen, die von wachsenden Zonen des "globalen Südens" umschlossen werden.

Die Folgen der Globalisierung für die Gesundheit der Menschen sind immens und betreffen alle Ebenen des menschlichen Seins, die physische ebenso wie die psychische und die soziale.

Die Physis

Die aus der kapitalistischen Aneignung des natürlichen und gesellschaftlichen Reichtums resultierende ungleiche Verteilung von Lebens- und Überlebensressourcen schlägt sich in jeweils typischen Krankheitsbildern nieder.

Nach wie vor sterben vor allem die Kinder des Südens an Magen-Darm-Erkrankungen, Atemwegsinfekten und anderen "Massenkrankheiten der Armut", die nur deshalb tödlich verlaufen, weil die Menschen durch Mangel- und Fehlernährung körperlich geschwächt sind und kein ausreichender Zugang zu Gesundheitsdiensten besteht. Auch wenn mitunter der Blick für das alltägliche Leiden durch spektakuläre Katastrophen und Kriege verstellt wird, - es sind noch immer an sich banale Infektionskrankheiten und nicht geheimnisvolle Tropenkrankheiten, die das größte Gesundheitsrisiko in der armgehaltenen Welt darstellen. Auch die Immunschwächekrankheit HIV/AIDS, die sich im Zuge der Globalisierung weltweit ausbreitet hat, ist vor allem dort massenhaft eine tödliche Gefahr, wo ökonomischer Mangel und soziale Zerrüttung herrschen.

In den Regionen des reichen Nordens bedingen hochtechnisierte und stressbeladenen Arbeits- und Lebensbedingungen sogenannte "Zivilisationskrankheiten", darunter Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Vergiftungen, Allergien und Krebs.

Politik und Ökonomie machen auch vor dem menschlichen Körper nicht halt. Die Physis wird zum Bio-Kapital, das genetische Substrat zum profitablen Gut und das Recht auf Gesundheit zur Pflicht, den eigenen Körper komplett dem ökonomischen Verwertungsprozess verfügbar zu halten.

Die Psyche

Die Entfesselung einer alle tangierenden Überlebenskonkurrenz hat gravierende Folgen auch für die Psyche.

In den marginalisierten und wirtschaftlich zerrütteten Regionen des Südens führt die Zunahme sozialer und kriegerischer Gewalt zur einer psychischen Verelendung, die sich in der Traumatisierung nicht nur zahlloser Individuen, sondern ganzer sozialer Gruppen niederschlägt.

Dagegen basiert psychisches Leiden im Norden vor allem auf der äußert hohen Flexibilität und unbegrenzten Verfügbarkeit, die moderne "Dienstleistungsgesellschaften" ihren Angehörigen abverlangen. Zwar gewinnen zeitgemäße "Arbeitskraftunternehmerinnen" und "-unternehmer" an Autonomie, müssen sie jedoch primär dafür investieren, die eigenen Anpassung immer aufs Neue zu überprüfen. Die rastlose Suche nach "Identität" und dem kompensatorischen "lifestyle"-Konsum sind dafür ein Ausdruck.

So unterschiedlich die Ursachen für die psychische Verelendung in den Gesellschaften des Nordens und des Südens sind, ihre Symptome ähneln sich: Vereinsamung, Ängste, mangelndes Selbstwertgefühl, selbstzerstörerischer Drogengebrauch, psychosomatische Erkrankungen und Depressionen.

Das Soziale

Die Ökonomisierung aller Lebensbereiche und die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich haben zu einer tief greifenden Zerstörung des Sozialen geführt. Gleichzeitig hat die Aushöhlung demokratisch legitimierter Institutionen zu einer Transformation von Staatlichkeit geführt, in deren Folge sozialpolitische Aufgaben zunehmend fallen gelassen oder privatisiert wurden. Im Süden drückt sich diese Entwicklung in den "neuen Kriege" aus, deren Ausbreitung und Fortdauer durch einen häufig informellen globalen Rohstoffhandel ermöglicht wird. Dort, wo solche Bürgerkriegsökonomien bereits ganze Gesellschaften verwüstet haben, hängt das Überleben der Menschen oft ausschließlich von der Willkür neo-feudaler Kriegsherren, ausländischer Militärs und internationaler Hilfsorganisationen ab. Hilfe für Menschen in Not resultiert hier immer weniger aus einem Rechtsanspruch an staatliche oder suprastaatliche Strukturen, sondern hängt am good will des jeweiligen Helfers.

Im Norden löst die neoliberale Transformation des Kapitalismus die bisherigen sozialen Beziehungen auf und führt zu einer Atomisierung der Gesellschaft. Der Kahlschlag in der staatlichen Sozialpolitik gipfelt im Abbau sozialer Rechte.

Damit einher geht die zunehmende Entdemokratisierung von Entscheidungsprozessen. Form und Fortgang der Globalisierung werden immer mehr in einem Geflecht aus globalen Kartellen und supranationalen Institutionen bestimmt, die keiner demokratischen Kontrolle mehr unterliegen. Rassistische, nationalistische und fundamentalistische Ideologien machen sich die wachsende Zerstörung von sozialen Strukturen und die Undurchschaubarkeit globalisierter Prozesse zu nutze. Ihren ersten Ausdruck finden sie nicht zufällig in physischer, psychischer und sozialer Gewalt gegen Frauen . Solche Ideologien scheinen Halt zu bieten in einer unwirtlichen Welt, in der sich jeder auf sich selbst zurückgeworfen fühlt.

Widersprüche - Einsprüche

Die weltweite elektronische Vernetzung und die medialisierte Kommunikation von Werten führen jedoch auch zu einer Angleichung des subjektiven Erwartungshorizonts. Die existenziellen und sozialen Bedürfnisse der Menschen im "globalen Süden" nähern sich denen aus der Zitadellenkulturen des "globalen Nordens" an. Damit wird die ökonomische, kulturelle und politische Freisetzung aus jedem Herkommen mit Wunschbildern eines besseren Lebens aufgeladen. Es erneuert sich stetig das der Globalisierung trotz allem innewohnende unerfüllte Glücks-Versprechen.

Diese Ambivalenz der Modernität bestimmt auch die weltweite Massenmigration, deren repressive Kontrolle nicht zufällig ganz oben auf der Agenda der globalen "Sicherheitspolitik" steht. Ausgelöst durch Armut und Gewalt, wird sie gleichzeitig durch die Hoffnung auf ein besseres, sichereres und gesünderes Leben vorangetrieben. Diese Hoffnungen sind ein wesentlicher Ausgangspunkt für die Entwicklung gesellschaftlicher Alternativen und unverzichtbare Ressource des Überlebens unzähliger Menschen; ihre lebensweltlich gebundene Rationalität ist allemal vernünftiger als die Sachzwanglogik einer Staatsräson, der es nur noch um die Sicherung und Verwaltung des Bestehenden geht.

Hier greift unsere Hilfe ein – als "Hilfe im Handgemenge".

Denn auch wenn der Zustand der Welt-Gesundheit negativ buchstabiert werden muss und beschädigtes Leben allseits auszumachen ist, ist Gegenwehr möglich und sind Alternativen sichtbar.

Die herrschende "Vernunft" kritisch-analytisch zu durchkreuzen und das Soziale mit exemplarischen Projekten und der gezielten Unterstützung widerständiger Bewegungen zu rekonstruieren - das ist die doppelte Aufgabe der solidarischen Hilfe, die medico leistet. Diese Hilfe will und kann sich nicht mit Flickschusterei und dem Abfedern der "Kollateralschäden" der Globalisierung zufrieden geben, sondern muss sich immer auch mit den Ursachen der Not auseinandersetzen und dabei die eigene Arbeit kritische reflektieren. Solche Hilfe wird aber gerade deshalb die kleinen Verbesserungen nicht gering schätzen, von denen für einzelne Überleben, Asyl und die Befriedigung existentieller Bedürfnisse abhängen. Es geht uns um die entschlossene Parteinahme für jene, deren Niederlage eine bereits ausgemachte Sache zu sein scheint, und zugleich darum, die Notwendigkeit einer grundlegenden Veränderung der gesellschaftlichen Verhältnisse offenzulegen.

Die Arbeitsebenen von medico international

Die Hilfe, die medico leistet, ist mehr als die Bereitstellung von Hilfsgütern in Notsituationen. Wir verstehen unsere Arbeit als ein solidarisches und kooperatives, nicht aber als ein technisch-pragmatisches Handeln, durch das bedürftige Menschen auf den Status von bloßen Hilfsempfängern reduziert würden. Unser Ausgangspunkt sind die politischen und sozialen Ziele, die wir mit unseren Partnerorganisationen im Süden teilen. Die möglichst gleichberechtigte Kooperation, der stete Erfahrungsaustausch und die Transparenz im Umgang mit den Partnern gehören dabei selbst zu diesen Zielen. Aber auch eine solche Zusammenarbeit kann nicht losgelöst von dem in der Welt herrschenden Machtgefälle betrachtet werden. Deshalb legen wir großen Wert auf die beständige Reflexion bestehender Abhängigkeiten und der jeweils eigenen Interessen.

I. Gesundheitsförderung - Nothilfe und langfristige Projektkooperation

Mit Nothilfe und langfristigen Projekten unterstützt medico das Bemühen der Partner um die Sicherung einer Gesundheitsversorgung, die von Eigenständigkeit in solidarischem Miteinander gekennzeichnet sind (Autonomiehilfe).

Dabei ist die Nothilfe, die medico im Kontext von ökologischen Katastrophen, Flucht und kriegerischen Konflikten leistet, so angelegt, dass in Not geratene Menschen möglichst rasch wieder zu eigenständigen Akteuren werden können. Auch in akuten Katastrophensituationen entsendet medico keine eigenen Helfer, sondern sucht die Kooperation mit lokalen Partnern.

Dasselbe gilt für die von medico geförderten Programme der Rehabilitation und Konfliktbearbeitung, die sich um die Überlebenden von Not und Gewalt bemühen. Im Rahmen von gemeindeorientierten, psychosozialen Ansätzen, Selbsthilfegruppen und psychosozialer Begleitung von Wiederaufbaumaßnahmen, ist das Ziel die Rückgewinnung und Förderung von Handlungsfähigkeit, die durch seelische Traumatisierungen oftmals zerstört wurde, aber zur Gestaltung einer selbstbestimmten Zukunft unerlässlich ist. Daneben unterstützt medico Maßnahmen der physischen Rehabilitation sowie den Wiederaufbau zerstörter Lebensgrundlagen wie Häuser oder landwirtschaftliche Infrastruktur.

Nothilfe und Rehabilitationsbemühungen werden begleitet von langfristigen Projektkooperationen, die versuchen, selbstbestimmte und dem Solidarprinzip verpflichtet Gesundheitsstrukturen dauerhaft zu sichern. In Anlehnung an das "Primary Health Care"-Konzept der WHO geht es dabei immer um zweierlei: Sowohl die Förderung und Ausbildung von lokalen Gesundheitsarbeitern, den Aufbau von Gesundheitszentren, um präventiv-medizinische Kampagnen, die Information über Gesundheitsgefahren als auch um die Verbesserung der individuellen und gemeinschaftlichen Lebensbedingungen und der Teilhabe aller am politischen Prozess als Grundvoraussetzung einer "Gesundheit für alle".

Das Ziel sind exemplarische Veränderungen, die über das konkrete Projekt hinaus in die jeweilige Gesellschaft ausstrahlen. Erforderlich dafür ist, dass die Projekte und das Verhältnis zu unseren Partnerorganisationen in ihrem Prozesscharakter ernst genommen und als ein gesellschaftlicher Ort betrachtet werden, an dem sich umfassendere Alternativen entwickeln können. Die Langfristigkeit des Projektgeschehens bedarf verlässlicher Partner – auf beiden Seiten.

II. Gesundheitsstrategien – Konzeptentwicklung und Förderung von Gegenmacht

Internationale Netzwerke von lokalen Projektinitiativen, sozialen Bewegungen und NGOs konstituieren eine unabhängige Öffentlichkeit als Vorform einer noch längst nicht existierenden "Weltzivilgesellschaft". medico ist Teil solcher Netzwerke und arbeitet mit bei der Formulierung alternativer und emanzipatorischer Lebens- und Gesellschaftsentwürfe. Deren Durchsetzung erfordert den Aufbau außerinstitutioneller Gegenmacht ebenso wie die konsequente Nutzung von Spielräumen und Lücken in staatlichen und suprastaatlichen Institutionen Innerhalb solcher Netzwerke, die fachliche Expertise versammeln, Konzepte entwickeln und mit internationalen Kampagnen für deren Umsetzung sorgen, sieht sich medico als ein Mitstreiter unter vielen anderen. Dabei wird Hilfe zu gegenseitiger Unterstützung.

Unter anderem engagiert sich medico

  • in seinem Bemühen um gesundheitliche Prävention beispielsweise bei der Durchsetzung völkerrechtlich bindender Waffenverbote oder der Sanktionierung eines (Rohstoff)-Handels, der Bürgerkriegsökonomien in Gang hält,
  • bei der Entwicklung von integrierten Konzepten zur Wiedererlangung und Stabilisierung tragfähiger Sozialstrukturen in kriegszerrütteten Gesellschaften,
  • bei der Formulierung von Strategien zum Aufbau von Basisgesundheitsdiensten und selbstbestimmter Systeme sozialer Sicherung,
  • bei der Schaffung einer internationalen kritischen Öffentlichkeit, als Medium von Gegenmacht im Globalisierungsprozess.

III. Soziale Anwaltschaft

Schließlich begreift medico die eigene Arbeit als soziale Anwaltschaft für seine Partner im "Süden". Solche Anwaltschaft versucht, sowohl auf die Wahrnehmung und Haltung der Menschen im Norden als auch auf die Entscheidungen in den Machtzentren Einfluss zu nehmen.

Unsere Kritik an der Privatisierung sozialstaatlicher Aktivität zielt nicht auf die Wiederherstellung eines klassischen Wohlfahrtsstaates, sondern auf die Rettung der gesellschaftlichen Verantwortung und Solidarität. Nicht die Rekonstruktion des Staates steht auf der Tagesordnung, sondern die Rekonstruktion des Sozialen, die allerdings einzelne sozialstaatliche Errungenschaften, darunter insbesondere der Systeme der sozialen Sicherung, verteidigen muss. Gerade in der Auseinandersetzung mit den Formen herkömmlicher Staatlichkeit können gesellschaftliche Alternativen entwickelt werden.

Gemeinsam mit unseren Partnern initiieren wir Kampagnen, um Handlungsoptionen anzubieten und öffentlichen Druck zu entfalten.
Im Mandat unser Partner betreiben wir politische Lobby-Arbeit, auch in internationalen Gremien beispielsweise der UN, bei denen medico einen konsultativen Status besitzt.

Wir machen aktive Menschenrechtsarbeit insbesondere dort, wo das Grundrecht der menschlichen Würde, der physischen und psychischen Unversehrtheit, und der gesundheitlichen Versorgung verletzt werden. Nur die Herstellung von Öffentlichkeit, die kontinuierliche Information über die Verletzung dieser Grundrechte und die Anklage von Verbrechen gegen die Menschlichkeit können diese Handlungen aufhalten und neue Gräuel verhindern.

Wir sind einer Öffentlichkeitsarbeit verpflichtet, die über das Verbreiten von Informationen hinausgeht. Dazu gehört die Beschäftigung mit den Ursachen krankmachender Verhältnisse, die Konfrontation mit der eigenen Geschichte und mit der Geschichte des Kolonialismus, der von Europa ausging und nach wie vor das Verhältnis zwischen Nord und Süd prägt. Es kommt uns darauf an, Bewusstsein darüber zu schaffen, dass es auch im neoliberalen Globalisierungsprozess am Ende nicht Sieger und Besiegte geben wird, sondern beschädigte Existenz auf allen Seiten. Dieses gegenseitige Verhältnis zu definieren und immer wieder aufs Neue zu überprüfen, ist nicht nur Öffentlichkeitsarbeit, sondern Aufklärung im kritischen Sinne.

Der Verein: "medico international e.V."

Sitz und Geschäftsstelle des eingetragenen Vereins "medico international" sind in Frankfurt.

medico hat einen ehrenamtlich tätigen Vorstand, der sich alle 14 Tage trifft. In regulären Mitgliederversammlungen finden gemeinsame Diskussionen über die Arbeit statt, in deren Verlauf alle notwendigen Entscheidungen getroffen werden. Wichtig ist uns dabei das Konsensprinzip, was gelegentlich mühsam und konfliktreich sein kann, aber zu einem hohen Maß an gleichberechtigtem Arbeiten verhilft.

Eine formale Mitgliedschaft im Verein "medico international" ist möglich, sofern Sie in räumlicher Nähe zu Frankfurt leben, um aktiv im Verein mitarbeiten zu können. Der Mitgliedsbeitrag beträgt 120 Euro jährlich (Auszubildende, Erwerbslose, Studierende 20 Euro/Jahr).
Eine Fördermitgliedschaft bedeutet, daß Sie jährlich mindestens 120 Euro im Jahr entrichten (Auszubildende, Erwerbslose, Studierende 60 Euro/Jahr) und wir Sie regelmäßig über die Arbeit des Vereins informieren. Fördermitglieder haben kein Stimmrecht.

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