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medico-Newsletter: Jahrestag einer Pandemie


Liebe Leser:innen,

heute vor einem Jahr hat die WHO den weltweiten Ausbruch des Coronavirus als Pandemie eingestuft. Bereits gestern haben wir zusammen mit anderen Organisationen vor dem Bundeswirtschaftsministerium demonstriert, um gemeinsam mit den Menschen des Globalen Südens den freien Zugang zu Covid19-Impfstoffen und die Aufhebung von deren Patentschutz zu fordern. Denn ebenfalls gestern trafen sich die 162 Mitglieder der Welthandelsorganisation (WTO), um ein weiteres Mal über den Antrag von mehr als 100 Staaten des Globalen Südens zur Aussetzung der Covid19-Patente und anderer Rechte auf geistiges Eigentum zu beraten. Doch Deutschland, Europa und fast alle Industrienationen blockieren weiter den „TRIPS-Waiver“, mit dem die Rechte auf geistiges Eigentum für die Zeit der Pandemie ausgesetzt werden sollen. Dementsprechend gibt es kein Ergebnis.

Wir erleben, wie die Industrienationen die Interessen von Pharmakonzernen schützen und damit die globale Verfügbarkeit der Impfstoffe massiv behindern. In Europa führt das zu logistischen Schwierigkeiten. Global hat es zur Folge, dass in den armen Regionen dieser Welt nur ein Bruchteil der Bevölkerung rasch geimpft werden kann und die Menschen dort nicht nur an Corona sterben, sondern auch an den sozialen Folgen der Pandemie: an Armut und fehlender Gesundheitsversorgung.

Zusammen mit anderen Organisationen haben wir deshalb gestern, parallel zur Sitzung der WTO, in Berlin eine Protestaktion vor dem Wirtschaftsministerium organisiert. Virtuell mit dabei: medico-Partnerinnen aus Simbabwe, Brasilien, Südafrika und von den Philippinen. Die Video-Interviews zur Situation in ihren Ländern und ihre Forderungen an die deutsche Bundesregierung können Sie hier nachschauen.

Zahlreiche Bewegungen aus aller Welt fordern eine Aussetzung der Corona-Patente. Über 200 Organisationen aus dem Globalen Süden haben Bundeskanzlerin Merkel einen Brief geschrieben, in dem sie Deutschland auffordern, sich für die Initiative bei der WTO einzusetzen – zugunsten der Prävention, der Behandlung und der Eindämmung von Covid-19. Wir haben die Verbreitung dieses Briefs unterstützt und uns mit anderen international arbeitenden Entwicklungs- und Menschenrechtsorganisationen ebenfalls an Merkel gewandt mit der Forderung, die Aussetzung der Patente zu unterstützen. Denn die Covid-19 Pandemie ist erst dann vorbei, wenn sie für alle vorbei ist!

Mit den besten Grüßen
Moritz Krawinkel

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Offener Brief I

Aus dem Süden

Über 200 Organisationen aus dem Globalen Süden fordern Angela Merkel und die EU auf, die Öffnung der Impfstoff-Patente gegen Covid-Impfstoffe nicht länger zu blockieren.

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Offener Brief II

Aus dem Norden

Die Covid-19 Pandemie ist erst dann vorbei, wenn sie für alle vorbei ist, sagen international arbeitende Entwicklungs- und Menschenrechtsorganisationen.

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Globale Ausbeutung

Leave no one behind

Nach dem Lockdown das Lieferkettengesetz. Vergangene Woche hat die Bundesregierung das Lieferkettengesetz beschlossen. Welche Hoffnungen sind damit verbunden, welche Enttäuschungen erwartbar? Und was hat die Coronakrise für einen Einfluss? Von Thomas Rudhof-Seibert.

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Podcast

Die Weltgesundheit ist wichtiger

Ein Gespräch über die COVID19-Impfung, die europäische Beschaffungspolitik und warum medizinische Patente problematisch sein können. [55 Min]

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Video-Gespräch

Die Kunst der Kommunikation

Einfluss der Narrative auf die Wahrnehmung globaler Gesundheitsthemen. Anne Jung und Dr. med. Eckart von Hirschhausen. [100 Min]

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Simbabwe

„Wir können nicht in Isolation arbeiten“

LGBTIQ+ sind stark von der Pandemie betroffen. Wie wir es als Community-Organisation dennoch schaffen, unsere Leute weiter zu unterstützen. Von Michelle Ruhonde und Mayita Tamangani.

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