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medico-Newsletter: Afghanistan - Wider aller Hoffnung hoffen

Ein Mann geht an einem Gemälde an der Wand der ehemaligen Botschaft für Frauenangelegenheiten in Kabul vorbei. Auf dem Gemälde steht oben "Mutig" und unten "Afghanische Frauen schweigen nicht mehr". [Foto: Ali Khara/Reuters]


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Ein Jahr nach der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan erinnern wir uns an die Verzweiflung der von den Tragflächen der Flugzeuge stürzenden Menschen.

Es waren Tage und Nächte in denen wir in unzähligen Telefonaten mit Behörden und Botschaften und in ständigem Kontakt mit unseren Partner:innen von AHRDO (Afghanistan Human Rights and Democracy Organisation) versucht haben eine Flucht für zumindest diejenigen durchzusetzen und zu begleiten, mit denen uns eine jahrelange Zusammenarbeit verbindet. Nach waghalsigem Aufbruch des Großteils ihrer Organisation und ihrer Familien in Bussen nach Pakistan und monatelangem angstvollem Ausharren in der Illegalität, gelang den AHRDOs final die Ausreise nach Kanada

Ein Teil von ihnen ist im Land geblieben. Monatlich erstellen die Menschenrechtsaktivist:innen innerhalb und außerhalb Afghanistans Berichte über die Menschenrechtslage in immerhin fünf Provinzen.  Ihre besondere Aufmerksamkeit gilt der Situation der Bevölkerungsminderheit der Hazara, die unmittelbaren Angriffen auf Leib und Leben, Vertreibungen, Landraub und Ausplünderung durch die Paschtunen-Mehrheit ausgesetzt sind.

„Schämt Euch. Schande über die ganze Welt für das, was ihr Afghanistan angetan habt. Warum habt Ihr das getan?“ zitierten wir in den Tagen nach der Machtübernahme Mahbouba Seraj, eine bekannte afghanische Frauenrechtlerin. Ihr Zitat ist heute noch aktuell. Ein Bundesaufnahmeprogramm gibt es noch immer nicht, obwohl mind. 10.000 Ortskräfte und andere Bedrohte weiterhin dringend auf ihre Ausreise warten - das politische Versagen setzt sich fort.

Zum heutigen Jahrestag ist die Lebenssituation nicht nur durch die Verfolgung, Verhaftung und Folter widerständiger Frauen, Menschenrechtler:innen und Aktivist:innen durch die Taliban geprägt, beinahe 90 Prozent der Bevölkerung sind auf Grund der wirtschaftlichen Lage und auch vom akuter Unterversorgung und Hungertod bedroht. Es scheint unvorstellbar zu sein unter diesen Bedingungen weiter an einem Leben jenseits der Gewalt festzuhalten. Von genau diesen Leben und ihrer Arbeit muss aber berichtet werden, so isoliert sie uns auch erscheinen.

medico bleibt deswegen an der Seite AHRDOs und unterstützt seit kurzem das feministische Netzwerk „Afghanistan Valorous Women Spontaneous Movement“ AVWSM, die selbst unter diesen gefährlichen Bedingungen den Kampf um ein Leben in einem anderen, demokratischen Afghanistan nicht aufgeben. Es sind sieben Frauen, die in Kabul arbeiten und sich mit medico-Unterstützung nun im Untergrund organisieren.

Es waren vor einem Jahr auch die medico-Unterstützer:innen, die uns Mut machten. Wir erhielten in dieser Zeit viel Unterstützung, auch Spenden, obwohl die Fortsetzung der Arbeit vor Ort nicht sicher war. Ein Jahr später möchten wir uns an dieser Stelle bedanken – so konnten wir die Flucht der ARDOHs finanzieren und nun die Untergrundarbeit unterstützen

Es bleibt uns nur wider aller Hoffnung zu hoffen.

Eva Bitterlich und Thomas Seibert

zuständig für die Kooperations- und Öffentlichkeitsarbeit in Afghanistan

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Die Frauen Afghanistans sind in die Häuser und unter die Schleier zurückgezwungen, also in Unsichtbarkeit und Unhörbarkeit. (Foto: REUTERS/Ali Khara)

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