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Simbabwe

Stillstand in Bewegung

In Simbabwes Hauptstadt Harare leben derzeit 600.000 Einwohner – noch, muss man anfügen. Täglich werden es weniger. Ein Drittel der Bevölkerung hat das Land bereits verlassen, drei Millionen Flüchtlinge leben allein in Südafrika.

2005 begann die Regierung Mugabes mit der "Operation Murambatsvina", der Säuberung der großen Städte. Die Hütten, Häuser und Verkaufsstände von bis zu 700.000 Menschen wurden zerstört. Getroffen wurden die städtischen Armen der informellen Siedlungen und des ambulanten Handels, sogenannte "Asoziale" und "Kriminelle"; sie wurden aufs Land massendeportiert. Regierungsamtlich ging es um eine Verschönerung des Stadtbildes, das Motto:"Garikei" ("Fühlen Sie sich wohl"), in Wahrheit wurde vertrieben, wem eine Nähe zur Opposition unterstellt wurde.

Auch das medizinische Fachpersonal hat das Land verlassen. Vor 20 Jahren investierte Simbabwe noch in das staatliche Gesundheitssystem. Dann zwangen die Strukturanpassungsprogramme von IWF und Weltbank Präsident Mugabe zu drastischen Einschnitten im Gesundheitsbereich. Es folgte der Kollaps. Bereits 1995 waren nur noch 900 Ärzte für eine Bevölkerung von 11 Millionen Menschen zuständig. Auf dem Human Development Index des Jahres 2004 ist Simbabwe mittlerweile auf Platz 147 abgerutscht (von 177 verglichenen Ländern). Seine Ärzte und Krankenschwestern arbeiten in afrikanischen Nachbarländern oder vermehrt in Großbritannien. Im neoliberalen Commonwealth spülte die Privatisierung Simbabwes gut ausgebildetes Klinikpersonal in das angelsächsische Gesundheitssystem.

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