Elf Jahre lang - von 1991 bis 2002 - befand sich Sierra Leone in einem Bürgerkrieg, in dem mindestens 75.000 der fünf Millionen Einwohnerinnen und Einwohner starben. Mehr als 5.000 Kinder waren aktiv an Kampfhandlungen beteiligt, mindestens 50.000 Frauen und Mädchen wurden vergewaltigt oder in die Sklaverei entführt. Finanziert wurde der Krieg zwischen der Rebellenorganisation Revolutionary United Front (RUF) und der sierra leonischen Armee aus dem Diamantenhandel. 2001 führte der bisher größte UN-Militäreinsatz zu einem Friedensvertrag und zur Demobilisierung der Kämpfer. Die Bevölkerung selbst war am Friedensschluss kaum beteiligt. Nach den Greueln des Bürgerkriegs ist für das Erreichen demokratischer und sozialgerechter Verhältnisse die Stärkung gemeindenaher Strukturen von zentraler Bedeutung. So fördert medico international in Sierra Leone Organisationen, die die Menschen auf dem langen Weg zum Frieden begleiten.
