21.04.2023 - 22.04.2023 | Frankfurt

Gibt es ein Recht auf Ausbeutung?

Über das Verhältnis zwischen Demokratie und Eigentum. Vorträge, Filme und künstlerische Interventionen in Zusammenarbeit mit “mehr als wählen e.V.“ und dem Offenen Haus der Kulturen, Frankfurt

Es gehört zu den Widersprüchen kapitalistischer Vergesellschaftung, dass sie zwar formalrechtlich die Gleichheit propagiert, ihren Fortbestand aber auf die systematische Produktion von Ungleichheit gründet. Zur Verteidigung und Weiterentwicklung von Demokratie zählt deshalb auch die Klärung der Rolle des Rechts auf Eigentum im Verhältnis zum Gemeinwohl.

Berechtigt der Schutz des Privateigentums, wie er in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte verbrieft ist, zur Kapitalakkumulation und damit zur Ausbeutung anderer? Gibt es ein Recht auf Profit, das alle anderen Rechte überstrahlt? Welche Bedeutung haben radikaldemokratische Gegenentwürfe in Form von Allmenden, Commons und konkreten Utopien?

Vorträge, Filme und künstlerische Interventionen in Zusammenarbeit mit “mehr als wählen e.V.“ und dem Offenen Haus der Kulturen, Frankfurt

 

Der Utopische Raum

Zum vierten Mal seit 2019 lädt die Initiative „Der utopische Raum im globalen Frankfurt“ zu einer Reihe von Abendveranstaltungen ein. Der Fokus liegt diesmal auf globalen, kosmopolitischen Aspekten von Menschenrechten und ihrer Verwirklichung: Wie überwinden wir die tief verwurzelte Vorstellungswelt „nationaler Gemeinschaften“? Wie lässt sich das globale Gespräch über gemeinsame Erinnerungskulturen gestalten – und wie finden wir zu einer gemeinsamen, kosmopolitischen Sprache? Was ist ökonomischer Macht, die Menschen von ihren Rechten ausschließt, entgegenzusetzen?

Die Abende führen thematisch zur ersten Etappe der „Global Assembly“, die am 14. Mai 2023 aus Anlass des 175. Jahrestages der deutschen Nationalversammlung in der Paulskirche beginnt. Hier werden Menschen aus aller Welt zusammenkommen, die sich in unterschiedlichen Zusammenhängen gegen Verletzungen der Menschenrechte und für deren Stärkung engagieren. Die Versammlung soll ein Zeichen setzen, dass Demokratie und grundlegende Rechte, um die 1848 im nationalen Rahmen gerungen wurde, heute nur noch global zu denken sind.

Kooperation

Die Initiative „Der utopische Raum“ ist eine Kooperation der Stiftung medico international, des Instituts für Sozialforschung und der Frankfurter Rundschau. Sie wird getragen von Sidonia Blättler, Almut Poppinga und Felix Trautmann (Institut für Sozialforschung), Thomas Gebauer und Ramona Lenz (Stiftung medico international), Stephan Hebel (Frankfurter Rundschau) sowie dem Historiker Gottfried Kößler und der Literaturagentin Nina Sillem.