27.03. - 28.03.2019  Frankfurt

Brennpunkt Sahel: Wege aus der Gewalt?

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Gesellschaftliches Engagement im Kontext politischer Destabilisierung und gewaltsamer Konflikte im Sahel.

Angesichts einer sich verschärfenden Sicherheitslage im Sahel verfolgen lokale, nationale und internationale Akteure verschiedene Ansätze, um zu Sicherheit und nachhaltiger Entwicklung beizutragen. Auch Deutschland engagiert sich zunehmend in mehreren Sahelländern – nicht nur durch Projekte der Entwicklungszusammenarbeit, sondern auch durch die Beteiligung an Militärmissionen, bei der Terrorismus- und Kriminalitätsbekämpfung. Dabei kooperiert Deutschland – ebenso wie andere internationale Akteure – auch mit Regierungen, die durch Menschenrechtsverletzungen, Repression, schwache Staatlichkeit und schlechte Regierungsführung mitverantwortlich für politische Krisen, Konflikte und humanitäre Notlagen sind.

Im Rahmen der Tagung analysieren Fachleute aus Forschung, Politik und Zivilgesellschaft die internationalen Interventionen der letzten Jahre auf ihre Ziele, auf zugrunde liegende Interessen und auf bisherige Wirkungen hin. Vergleichend dazu werden die Prioritäten und Initiativen lokaler Akteure im Umgang mit zunehmender Unsicherheit und Gewalt betrachtet. Welche Strategien sind zielführend, um Gewaltakteuren und Kriegsökonomien Einhalt zu gebieten sowie Versöhnungsprozesse und sozialen Zusammenhalt zu fördern? Wie können Bedingungen geschaffen werden, die Radikalisierung und Gewaltbereitschaft verhindern, welche Alternativen und Perspektiven können v.a. jungen Menschen geboten werden?

Die Tagung möchte zivilgesellschaftlichen Akteuren aus dem Sahel und aus Europa eine Plattform bieten, Erfahrungen aus ihrer Arbeit in diesem Kontext auszutauschen, verbunden mit der Frage, welche Unterstützung lokale friedensfördernde Dynamiken brauchen, um in Wahrnehmung und Wirkung relevanter zu werden. Basierend auf den Perspektiven und Erwartungen von Partner*innen aus dem Sahel sollen gemeinsam Ideen entwickelt werden, wie zukünftiges Engagement gestaltet werden kann, um zu mehr menschlicher Sicherheit beizutragen und gerechte Friedensprozesse zu unterstützen.

Gefördert von: Engagement Global, Evangelische Akademien in Deutschland, Evangelische Militärseelsorge, Friedrich-Ebert-Stiftung, Heinrich-Böll-Stiftung

Anmeldung

folgt...

Programm

27. März

14.00 Begrüßungen
Eberhard Pausch, Pfarrer und Studienleiter, Evangelische Akademie Frankfurt
Grit Lenz, Koordinatorin Fokus Sahel

14.30 Einführung in die Tagung
Grit Lenz, Fokus Sahel

15.00 Governance-Herausforderungen im Kontext der Sicherheitskrise in der Sahelregion
Badié Hima, National Democratic Institute, Bamako

16.00 Kaffeepause

16.30 Ziele und Konsequenzen der „Versicherheitlichung“ der deutschen und europäischen Politik gegenüber den Sahelstaaten
Youssouf Coulibaly, Université des sciences juridiques et politiques, Bamako

17.15 Ökonomische und geostrategische Interessen internationaler Akteure im Sahel
Roland Marchal, Sciences Po-CERI / CNRS, Paris

18.00 – 18.30 Rückblick auf den Tag
Olaf Bernau, afrique-europe-interact, Bremen

28. März

9.00 Destabilisierung, Gewalt und fragile Staatlichkeit im Sahel: Einblicke in Ursachen anhand ausgewählter Problemfelder – Einführende Vorträge für die Arbeitsgruppen

(1) Jugend zwischen Perspektivlosigkeit und Aufbruch
Boniface Cissé, EIRENE au Sahel, Niamey

(2) Ressourcenkonflikte im Kontext von Klimawandel und Landgrabbing
Chéibane Coulibaly, Université Mande Bukari, Bamako

(3) Internationale Sicherheitspolitik und lokale Konflikttransformation
Moussa Tchangari, Alternative Espaces Citoyen, Niamey

10.30 Kaffeepause

11.00 Parallele Arbeitsgruppen:

(1) Jugend zwischen Perspektivlosigkeit und Aufbruch
• Maimou Wali, Cercle.Dev, Niamey
• Fatoumata Touré, Association des jeunes femmes leaders, Gao
• Abdoulaye Sounaye, Zentrum Moderner Orient, Berlin
• Ouiry Sanou, Organisation Démocratique de la Jeunesse de Burkina Faso, Ouagadougou
Moderation: Floretta Kayales, BfdW, Berlin

(2) Ressourcenkonflikte im Kontext von Klimawandel und Landgrabbing
• Sabine Dorlöchter-Sulser, Misereor, Aachen
• Lucien Silga, FIAN – Burkina Faso, Ouagadougou
Moderation: Olaf Bernau, Afrique-europe-interact, Bremen

(3) Internationale Sicherheitspolitik und lokale Konflikttransformation
• Baldal Oyamta, Ligue Tchadienne des Droits de l‘Homme, N’Djamena
• Soumana Coulibaly, Enda Mali, Bamako
• Abas Mallam, Réseau GENOVICO, Niamey
• Harald Aschenbrenner, Militärseelsorge, Fritzlar
Moderation: Günter Schönegg

12.30 Mittagspause

14.00 Weiterarbeit in den Arbeitsgruppen vom Vormittag

15.30 Kaffeepause

16.00 - 17.30 Synthese + Diskussion (Plenum)

19.00 - 21.00 Podiumsdiskussion (öffentlich): EU-Politik im Sahel - um wessen Sicherheit geht es? Europäische Sicherheitspolitik und ihre Auswirkungen auf die Menschenrechts-Situation und lokale Friedensprozesse
• Moussa Tchangari, Alternative Espaces Citoyens, Niamey
• Antonia Witt, Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung, Frankfurt am Main
• Sabine Eckart, medico international, Frankfurt am Main
• n.n., Vertreter aus der Politik
Moderation: Alexander Göbel, Hessischer Rundfunk

27.03. - 28.03.2019 Frankfurt
14:00 Uhr
Evangelische Akademie
Römerberg 9
60311 Frankfurt

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