19.11.2018  Frankfurt

Alarm Phone Sahara & EU-Grenzregime in Afrika

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Veranstaltung mit Ibrahim Manzo Diallo von Alternative Espaces Citoyens/Alarm Phone Sahara aus Agadez/Niger. Mit einer Einleitung zum WatchTheMed Alarm Phone, der Unterstützungshotline für Menschen auf den Booten im Mittelmeer.

Ein zentrales Thema in den aktuellen migrationspolitischen Debatten der europäischen Politik  ist die Externalisierung des EU-Grenzregimes: Die Einrichtung von Lagern oder Haftzentren auf afrikanischem Boden; die Kollaboration mit diktatorischen Regimen und mit Milizen; die Investition großer Geldsummen, um afrikanische Regierungen zur Schließung von Grenzen und Migrationsrouten zu bewegen und die Bewegungsfreiheit ihrer Bürger*innen einzuschränken. Täglich sehen wir die tödlichen Konsequenzen dieser Politik: Tausende Flüchtende und Migrant*innen, die ermordet werden, indem man sie im Mittelmeer und in den Wüsten sterben lässt.

Gerade die tödlichen Folgen des EU-Grenzregimes auf den Sahel-Sahara-Routen sind in der europäischen Öffentlichkeit bisher nur wenig präsent. Als Vorzeigebeispiel der Kooperation gilt die Regierung der Republik Niger, eines der wichtigsten Durchreiseländer für flüchtende und ausreisewillige Menschen aus allen Ländern West- und Zentralafrikas. Millionenbeträge aus der EU fließen in die Aufrüstung von Polizei, Militär und Gendarmerie, mit dem Ziel, Transsahara-Reisewege zu schließen und sogenannte Schlepperei und irreguläre Migration zu bekämpfen.

Die Folgen: Der Verfolgungsdruck sorgt dafür, dass Fahrer auf die entlegensten und gefährlichsten Routen ausweichen, wo Liegenbleiben in der Wüste für viele den sicheren Tod bedeutet. In der Region Agadez, bekannt als Drehkreuz der Sahel-Sahara-Migration, hat die ortsansässige Bevölkerung durch die repressiven Maßnahmen ihre wichtigste wirtschaftliche Existenzgrundlage verloren. Außerdem spitzt sich hier die Versorgungslage immer mehr zu, da es aufgrund der Blockadepolitik zu Ressourcenengpässen kommt. Die Kontrollposten an den Grenzen der Republik Niger sind angewiesen, Menschen abzuweisen, von denen sie glauben, dass sie auf dem Weg in die Migration sind, auch wenn diesen als Bürger*innen der westafrikanischen Staatengemeinschaft CEDEAO/ECOWAS eigentlich vertraglich garantierte Reisefreiheit zusteht. Die Vorgaben aus Europa brechen geltendes Vertragsrecht zwischen afrikanischen Staaten.

Mit Alarme Phone Sahara stellt Ibrahim Manzo Diallo von der medico-Partnerorgansiation Alternative Espaces Citoyens ein Projekt vor, das zum Ziel hat, die Menschen, die in die Migration gehen oder flüchten müssen, dabei zu unterstützen, dass sie den gefährlichen Reiseweg durch die Wüste überleben. Außerdem möchte Alarme Phone Sahara dokumentieren, was auf den Sahel-Sahara-Routen passiert und welche menschenrechtlichen Konsequenzen die Extenalisierungspolitik der EU hat.

Moderation: medico international

Veranstaltet von medico international und WTM Alarm Phone Frankfurt

19.11.2018 Frankfurt
19:00 Uhr
medico international
Lindleystraße 15
60314 Frankfurt

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