22.02.2018  Frankfurt

Kurdische Frauenrechtsaktivistinnen aus dem Nord-Irak berichten

Viele Frauen und Mädchen im Irak und in Südkurdistan erfahren seit Jahrzehnten verschiedene Formen von Gewalt. Aktuell soll das "Ehefähigkeitsalter" auf 9 Jahre abgesenkt werden. Aber es gibt Widerstand.

Viele  Frauen  und  Mädchen  im  Irak  und  in  Südkurdistan  erlitten und  erleiden  Verletzungen  ihrer  grundlegenden  Würde  und  erfahren seit  Jahrzehnten  verschiedene  Formen  von  Gewalt  innerhalb  fest verankerter  patriachaler  Machtverhältnisse  der  irakischen  wie kurdischen  Gesellschaft,  ebenso  durch bewaffnete Konflikte, insbesondere unter der terroristischen Gruppe Daesh (sog. IS).

Kürzlich  versuchten  konservative  religiöse  Politiker  im  irakischen  Parlament  eine  Änderung  des  Personenstandgesetzes  durchzusetzen, wonach  u.a.  das Ehefähigkeitsalter  der Mädchen von derzeit 18 auf 9 Jahre  herabgesetzt  werden  sollte.  Durch  den  vielschichtigen Protest  von  Frauenrechtler*innen  und Aktivist*innen konnte der Beschluss über das Gesetz vorläufig abgewendet werden. Sie arbeiten nun an einem Gesetzesentwurf gegen häusliche Gewalt. In der kurdischen Autonomieregion hingegen führten Frauenrechtskämpfe bereits zur Verabschiedung eines Gesetzes zum Verbot der Vielehe und Vergewaltigung in der Ehe.

Die Frauen der Organisation Rewan werden über ihre Kämpfe und die Situation in Südkurdistan und dem Irak berichten - Was sind Perspektiven, Schwierigkeiten und Erfolge? Wie können sich Menschen hier solidarisch zeigen und welche politischen Überschneidungen und Unterschiede gibt es?

Rewan  ist  seit  1997  im  autonomen  kurdischen  Gebiet  (Nordirak) aktiv  im  Kampf  gegen  Gewalt  an  Frauen  und  für  deren Selbstbestimmung.  Zu  ihren Arbeitsbereichen zählen Dokumentation von und psychologische sowie rechtliche Beratung für Frauen und Mädchen, die von häuslicher, sexualisierter Gewalt, Genitalverstümmelung (FGM - Female Genital Mutilation), Vielehe, Kinderehe, Frauenmorden und Frauenverbrennung bedroht und / oder betroffenen sind. Mit ihrem Schwerpunkt auf Medienarbeit ermutigen sie Frauen, sich gesellschaftlichen Einfluss und Anerkennung zu erkämpfen, ihre eigenen gesellschaftlichen Visionen zu entwickeln und zu verwirklichen ohne sich darin den Männern zu verpflichten.

Die  Aktivistinnen  reisen  an,  um  Öffentlichkeit  für  die  Lage  der  kurdischen  Frauen  zu  schaffen,  wünschen  sich  solidarischen Austausch  und  hoffen  auf Vernetzung. Wir wollen während dieser Veranstaltung von den Freundinnen lernen, herausfinden was uns verbindet und wie wir ihre Arbeit unterstützen können.

Der Eintritt ist kostenlos. Spenden für die Unterstützung der Organisation sind erwünscht.

Eine Veranstaltung der Unterstützer*innengruppe Rewan und des Autonomen Frauen*Lesben Referats der Uni Frankfurt, mit Unterstützung von medico international

Weitere Termine:

24.02.18 Köln, 16:00 Uhr, Stadtgymnasium Köln-Porz

26.02.18 Karlsruhe, 19:30 Uhr, Jubez Cafe

28.02.18 Berlin, 18:30 Uhr, Bildungswerk der Heinrich-Böll-Stiftung

22.02.2018 Frankfurt
19:30 Uhr
Festsaal im Studierendenhaus
Uni-Campus Bockenheim
Mertonstraße 26
60325 Frankfurt

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