13.12.2017  Frankfurt

Rückkehr nach der Abschiebung?!

Die Situation Abgeschobener in Mali im Kontext der europäischen Politik der Abschottung und Externalisierung ihrer Grenzen. Gespräch mit Mamadou Konaté von der AME (Association Malienne des Expulsés)

Frz. mit Übersetzung auf Deutsch

Die aktuelle europäische Außenpolitik verfolgt im Umgang mit Geflüchteten und Migrant*innen eine Strategie der Abschottung. Vor allem afrikanische Transit- und Herkunftsländer stehen dabei im Fokus der europäischen Außenpolitik, um das Betreten europäischen Bodens gar nicht erst möglich zu machen. Diese faktische Verschiebung der europäischen Außengrenzen findet häufig unter dem Deckmantel der sogenannten „Entwicklungshilfe“ statt.

Abschiebungen in Drittländer finden vermehrt statt, zusätzlich üben nationale Behörden wie in Deutschland das BAMF Druck in Richtung einer „freiwilligen Rückkehr“ aus. Am Beispiel Mali können diese politischen Zusammenhänge verdeutlicht werden. Die AME (Association Malienne des Expulsés), eine Selbstorganisation von Abgeschobenen, beschäftigt sich in Mali mit den politischen Rahmenbedingungen, aber vor allem auch mit der Situation abgeschobener Geflüchteter und Migrant*innen. Hierfür bietet der Verein eine psychosoziale Begleitung an und unterstützt Zurückgeḱehrte bei der schwierigen Reintegration. Zugleich setzen sich die Aktivist*innen der Organisation gegen Abschiebungen aus Europa und für das Recht auf Freizügigkeit ein. Im Gespräch berichtet Mamadou Konaté von der AME von der Arbeit des Vereins im Kontext der europäischen Politik der Abschottung und Externalisierung ihrer Grenzen.

Der Ort der Veranstaltung, das ehemalige Polizeigefängnis 'Klapperfeld' – 1886 in der Klapperfeldstraße mitten in Frankfurt in Betrieb genommen und während des Nationalsozialismus‘ als Gestapo-Gefängnis genutzt – fungierte nach 1945 als Polizeigewahrsam und insbesondere seit den 1980er Jahren bis zu seiner Schließung 2002 auch als Abschiebungsgefängnis. Heute dokumentiert die Ausstellung „Raus von hier, Inschriften von Gefangenen in Abschiebehaft und Polizeigewahrsam 1955–2002“ im Zellentrakt des zweiten Stocks anhand von Inschriften und Fundstücken der Gefangen den Alltag in Abschiebungshaft. Damit werden anhand des konkreten Ortes der Haft die brutalen Dimensionen des Abschiebungsvollzugs anschaulich gemacht, die sich oftmals der öffentlichen Wahrnehmung entziehen.

Eine Veranstaltung des AK 2. Stock in Kooperation mit medico international

13.12.2017 Frankfurt
19:00 Uhr
Klapperfeld
Ehemaliges Polizeigefängnis
Klapperfeldstr. 5
60313 Frankfurt

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