13.12.2017  Mannheim

Luxusdampfer Europa - Auf wessen Kosten?

Man spricht von Fluchtursachenbekämpfung, vom Kampf gegen Schlepper. Ist es das wirklich? Oder verteidigen wir nicht nur unseren "Luxusdampfer"?

Podiumsgäste:

Jürgen Blechinger, Referent für Flucht und Migration / Stabsstelle Migration, Diakonisches Werk, Baden

Ramona Lenz, medico international

Politiker_innen der Parteien

Knapp 66 Millionen Menschen sind laut der UNO-Flüchtlingshilfe UNHCR auf der Flucht. Während der UN-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi konstatiert: "Diese Zahl ist nicht zu akzeptieren. Wir müssen zusammen sicherstellen, dass die Flüchtlinge, Binnenvertriebenen und Asylsuchenden weltweit angemessen geschützt und versorgt werden", arbeitet Europa an einer kompletten Abschottung. Meterhohe Zäune "sichern" die EU-Grenzen im Osten und den spanischen Enklaven in Marokko.

Osteuropäische Staaten verweigern die Aufnahme von "Relocation-Flüchtlingen" aus Italien und Griechenland - und ignorieren dabei das jüngste Gerichtsurteil des Europäischen Gerichtshofs. Die Bundesregierung handelt mit Diktaturen in Afrika fragwürdige "Deals" aus und befürwortet - gemeinsam mit anderen EU-Staaten - die Einrichtung von so genannten Registrierungszentren in afrikanischen Ländern wie Libyen, Tschad und Niger.

Man spricht von Fluchtursachenbekämpfung, vom Kampf gegen Schlepper. Ist es das wirklich? Oder verteidigen wir nicht nur unseren "Luxusdampfer" und wollen nicht wahrhaben, dass wir Teil der Fluchtursachen sind und zu deren Lösung unser Selbstverständnis überdenken müssten? Welche sind die juristischen Grundlagen, aber auch die Alternativen zur derzeitigen Haltung und Politik der Bundesregierung und EU? Dies möchten wir diskutieren mit dem Juristen und Migrationsexperten Jürgen Blechinger sowie Ramona Lenz von der Hilfs- und Menschrechtsorganisation Medico International.

13.12.2017 Mannheim
19:00 Uhr
Abendakademie
U1 16-19
68161 Mannheim

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