Abwehr oder Vorsorge – Die G20 und die globale Gesundheit

Im Spannungsfeld zwischen Gesundheitssicherung und Gesundheitssicherheit debattieren wir, wie die Politik der dominierenden Wirtschaftsländer die Bedingungen für Gesundheit beeinflusst, und häufig behindert.

Fachkonferenz der Plattform für Globale Gesundheit (DPGG)

Gesundheitsthemen waren immer schon ein beliebtes Thema bei Gipfeltreffen, bei Themen wie AIDS oder Mutter/Kind Gesundheit lässt sich Einigkeit und Engagement demonstrieren. Nun treffen sich auch erstmals die G20 Gesundheitsminister*innen im Vorfeld des G20-Gipfels, um sich mit globalen Gesundheitskrisen zu befassen. Die zugrunde liegende Agenda der Gesundheitssicherheit gibt dem Schutz der eigenen Bevölkerungen vor globalen gesundheitlichen Gefahren Priorität. Grenzüberschreitende Pandemien wie Vogelgrippe, Ebola oder Zika und die zunehmende Resistenzen von Krankheitserregern gegen Antibiotika sollen effektiv abgewehrt werden.

Zwar ist der Weg zum Ziel umstritten: Einige Staaten betonen, dass der Ausbruch von Epidemien nur dann wirksam verhindert werden kann, wenn es vor Ort leistungsfähige Gesundheitssysteme gibt, andere hingegen setzen vor allem auf Abschottung.  Doch im Mittelpunkt steht, auch und gerade nach der Ebola Krise, der Aufbau »widerstandsfähiger« Gesundheitssysteme. Dies greift zu kurz und lenkt gar davon ab,  dass Gesundheit mehr ist als die Abwesenheit von Krankheit ist und ohne soziale Gerechtigkeit nicht zu haben ist.

In diesem Spannungsfeld zwischen Gesundheitssicherung und Gesundheitssicherheit möchten wir mit den Referent*innen auf der Fachkonferenz der Plattform für Globale Gesundheit (DPGG) darüber debattieren, wie die Politik der dominierenden Wirtschaftsländer die Bedingungen für Gesundheit beeinflusst, und häufig behindert. Wir gehen der Frage nach, wie sich solidarische finanzielle Ausgleichssysteme schaffen ließen, um perspektivisch das Recht auf Gesundheit für alle Menschen durchzusetzen.

Die Veranstaltung wird simultan Deutsch / Englisch übersetzt.

Ablauf

11.00 Uhr Begrüßung

Plattform für Globale Gesundheit

11.10 Uhr Einführungsvortrag

Interessen und Strategien globaler Gesundheitspolitik
Thomas Gebauer, Geschäftsführer medico international

11.40 Uhr Debatte

12.00 Uhr Panel 1 Problemaufriss

Health Security zwischen Krisenmanagement und Gesundheitssicherung: Wo stehen wir drei Jahre nach dem Ebola-Schock?

Amid Gupta, People’s Health Movement Indien (angefragt)

Anne Roemer-Mahler, University of Sussex, UK

Moderation
Dr. Tine Hanrieder, Wissenschaftszentrum für Sozialforschung, Deutsche Plattform für Globale Gesundheit, Berlin

13.15 Uhr Mittagspause

14.00 Uhr Vortrag

Aus der Traum! Ursache und Folgen der Antibiotikaresistenzen

Christian Wagner-Ahlfs, BUKO Pharma Kampagne

Suzanne Edwards, Research Analystin

Moderation
Hortense Slevogt, Universität Jena

14.45 Uhr Debatte

15.00 Uhr Panel 2 Lösungsansätze

Transnationale soziale Sicherung
Knut Lambertin, Deutscher Gewerkschaftsbund

Wie stärken wir den öffentlichen Sektor: Der Social Protection Floor
Odile Frank, NGO Forum for Health, Global Coalition for Social Protection Floors

Financing Global Social Protection: Solidarische Verpflichtende Ausgleichsfinanzierungssysteme statt Wohltätigkeit
Rachel Hammonds Uni Antwerpen) (angefragt)

Moderation
Mariska Meurs, Wemos, Amsterdam (angefragt)

16.30 Uhr Abschlusskommentar

Deutsche Plattform für Globale Gesundheit

17.00  Ende der Veranstaltung

Weitere Informationen unter
www.plattformglobalegesundheit.de

15.05.2017 Berlin
11:00 Uhr
DGB-Bundesvorstand
Henriette-Herz-Platz 2
10178 Berlin

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