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medico-Newsletter: Unsichtbare Aufstände


Liebe Leser*innen,

wenn es in einem Land einen tagelangen, massiven Aufstand gegen die Regierung gibt, das aber in internationalen Medien nicht auftaucht, also keine Resonanz über die unmittelbar Beteiligten hinaus entsteht, dann fragt man sich: Warum? Im Falle Haitis lässt sich vermuten, dass die wiederholten Krisen, Katastrophen und Konflikte in der westlichen Hälfte der Insel Hispaniola zu einer Ermüdung der Öffentlichkeit führen, dass Haiti schlicht nicht mehr interessiert. Der fragile Status Quo des Landes wird von den Protestierenden zurecht der lokalen Elite und ihrer schamlosen Bereicherung angelastet. Doch diese Elite wird gestützt von einer internationalen Politik, der Haiti seit Jahrzehnten ausgeliefert ist. Deshalb müssen dem Rest der Welt auch die Konsequenzen dieses Status Quo vorgehalten werden. Das tut derzeit unsere Kollegin Katja Maurer. In den vergangenen Tagen hat sie vier aktuelle Hintergrundberichte vom Aufstand gegen die haitianische Regierung geschrieben: 1 - 2 - 3 - 4

Etwas besser steht es um die Aufmerksamkeit für Ägypten und die Proteste gegen die al-Sisi-Diktatur in der vergangenen Woche. Schlecht steht es allerdings um die Verantwortung auch der deutschen Politik für die Aufrechterhaltung des repressiven Staus Quo im Land. Denn leitendes Motiv für die deutsch-europäische Ägypten-Politik ist vor allem die stabile Kooperation, um Migrant*innen von Europa fern zu halten. Anstatt Menschenrechte und Demokratie zu schützen, arbeitet die Bundesregierung eng mit Ägyptens Grenzschutz zusammen. Und „Stabilität“ wünschen sich schließlich auch deutsche Unternehmen in Ägypten.

Die Zustände anderswo sind nicht zu trennen von der Politik hierzulande, die Proteste gegen die Zustände anderswo verlangen deshalb auch nach unserer Positionierung.

Mit besten Grüßen
Moritz Krawinkel
 

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