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medico-Newsletter: Profite an die Kette


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heute jährt sich zum siebten Mal eine Tragödie: Am 11. September 2012 verbrannten in der Fabrik des KiK-Zulieferers Ali Enterprises im pakistanischen Karatschi mindestens 258 Arbeiter*innen. Nicht einmal ein halbes Jahr später, am 24. April 2013, wurden in Bangladesch 1135 Textilarbeiter*innen in einer baufälligen Fabrik zerquetscht, 2438 weitere zumeist schwer verletzt. Der Besitzer hatte sie zur Arbeit gezwungen, obwohl die Einsturzgefahr polizeilich bestätigt war. Aus der Rana Plaza-Fabrik wurden Dutzende westliche Firmen beliefert. Die Freiheit der globalen Unternehmen: Sie ist eine Freiheit, die tötet. Für Profite, für billige T-Shirts und für die westliche Lebensweise des billigen Konsumierens.

Die Arbeitsbedingungen bei den Zulieferern deutscher Textilkonzerne sind dieser Tage deshalb zu Recht ein Politikum. Am Montag stellte Bundesentwicklungsminister Müller gemeinsam mit deutschen Textilunternehmen den "Grünen Knopf" vor: Ein Textilsiegel, das „fair“ produzierte Waren auszeichnet und um das sich die Unternehmen freiwillig bewerben können. Statt eines gesetzlichen Schutzes der Menschenrechte kommt nun also von der Bundesregierung eine Imagekampagne für Unternehmen – und das nach sieben Jahren der politischen Auseinandersetzung. „Es geht, wenn man will“, sagte der Minister bei seiner Pressekonferenz. Wir sagen: Auf den guten Willen der Unternehmen kann sich niemand verlassen. Es braucht eine gesetzliche Reglung.

Gemeinsam mit vielen anderen startet medico international deswegen diese Woche eine Kampagne für ein Lieferkettengesetz. Menschenrechte sind schließlich eine Sache der Politik, nicht des Konsumverhaltens oder unternehmerischer Selbstverpflichtungen. Oder mit den Worten von medico-Partnerin Zehra Khan, Sprecherin der Überlebenden und Hinterbliebenen des Ali Enterprise-Feuers: "Mit den Tragödien von Ali Enterprises und Rana Plaza ist die Zeit für freiwillige Selbstverpflichtungen der Weltmarktunternehmen endgültig abgelaufen.“

medico international begleitet seit 2012 die Hinterbliebenen von Ali Enterprises und Rana Plaza in ihrem Kampf um Gerechtigkeit. Außerdem arbeiten wir eng mit Gewerkschaften und Gesundheitsorganisationen in Pakistan und Bangladesch zusammen. Unterstützen Sie die Kämpfe für Menschenrechte am Arbeitsplatz und die Selbstorganisierung der Hinterbliebenen mit einer Spende.

Mit besten Grüßen
Mario Neumann

 
 
Ali Enterprises, Gräber

Textilsiegel Grüner Knopf

Fairwashing statt Politik

Der "Grüne Knopf" führt die Konsumenten hinters Licht. Sklavenlöhne, Umweltzerstörung und Kinderarbeit werden damit nicht verhindert. Dabei gäbe es einen Ausweg. Weiterlesen

Lieferkettengesetz jetzt!

Profite an die Kette

Die Produkte in unseren Läden werden wie gehabt unter Sklavenlöhnen, mit umweltzerstörenden Abwässern und rücksichtslosem Einsatz von Chemikalien, mit ungebremsten CO2-Ausstoß und auch mit Kinderarbeit produziert. Dagegen helfen keine freiwilligen Selbstverpflichtungen von Unternehmen, sondern nur politisch garantierte Rechte - und zwar weltweit. Weiterlesen

 
 

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